Dead by Daylight Wiki
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Foliant II - Abrechnung ist der Foliant zum zweiten Spalt in Dead by Daylight welcher am 8. Januar 2020 veröffentlicht wurde.

Überblick[]

Die Charaktere dieses Folianten sind Jane Romero, David King, Herman Carter aka Der Doktor und Rin Yamaoka aka Das Gespenst.

Tagebucheinträge und Erinnerungen[]

Jane Romero: Die ganze Welt ist eine Bühne[]

ERINNERUNG 5823[]

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Jane braucht einen Job. Sie hat einen Job. Sie arbeitet als Bedienung in einem örtlichen Diner. Sie braucht eine andere Art Job. Eine Rolle. Irgendwas. Etwas, durch das sie weiß, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Etwas, durch das sie weiß, dass sie mehr als eine Varietéshow in der Schule verdient hat. Schauspielerei ist brotlose Kunst! Einer aus einer Milliarde schafft es in dem Beruf, sagt ihr Vater. Ihr Großvater stimmt ihm zu, ergänzt aber, dass jene, die mutig genug sind, ihre Träume zu verfolgen, eine 90-prozentige Chance haben, einer aus einer Milliarde zu sein. Mut beweisen. Mut verändert die Chancen zu deinen Gunsten. Jane liebt ihren Großvater und möchte ihn stolz machen. Möchte ihm zeigen, dass er recht hat. Will eine aus einer Milliarde sein.

ERINNERUNG 5824[]

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Mexikanische Bedienung spricht Mexikanisch und Englisch mit einem mexikanischen Akzent. Wer hat das geschrieben? Mexikanisch ist keine Sprache. Egal. Die Kernaussage ist klar. Ihr Gesicht wird vor lauter Frust ganz warm. Der Akzent ist nicht nötig. Wozu? Wozu der Akzent? Warum kann es nicht einfach die Bedienung sein? Bedienung, die Englisch spricht. Warum verlangt das Drehbuch, dass die Bedienung mexikanisch ist? Warum ist das für die Szene wichtig? Jane blickt den Regisseur an und versucht, ihn zu verstehen. Das macht die Sache lebendiger. Was soll das heißen? Dadurch wird es nicht lebendiger. Es bedient nur ein Klischee. Und trotzdem ... sagt Jane nichts. Sie sagt nichts, weil sie nicht auf die schwarze Liste der Krieger für soziale Gerechtigkeit kommen will. Weil sie nicht als jammernde Minderheit betrachtet werden möchte. Mit einem leichten spanischen Akzent bringt sie das Vorsprechen zu Ende.

ERINNERUNG 5825[]

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Jane trinkt mit ihrem Freund Dwayne ein Bier. Er erzählt ihr, wie ein kreativer Leiter ihn als Co-Autor seines schrecklichen Drehbuchs eingestellt hat. Damit er der Vertreter seiner schrecklichen Idee wird. Um seinen unsensiblen kulturellen Ansatz einer afrikanisch-amerikanischen Story zu rechtfertigen. Der kreative Leiter will einen Film über Minderheiten machen, weil das gerade in Mode ist. Der schnellste Weg, Anerkennung zu finden. Die Schnellstraße zum Ruhm für einen Schmierfinken. Um den Fuß in der Tür zu haben. Viele Autoren haben ihm gesagt, dass sein Drehbuch auf so vielen Ebenen falsch ist. Schlecht geschrieben. Respektlos. Langweilig. Unsensibel. Dwayne wollte kein Drehbuch, das seinem kulturellen Erbe gegenüber respektlos ist. Wollte seinen Namen nicht auf einem Projekt haben, nur damit der Leiter Anschuldigungen für seinen kulturellen Ansatz entgehen kann. Wollte keine berechtigte Interpretation einer Geschichte über Minderheiten rechtfertigen. Der Leiter diskreditierte Dwayne, indem er ihn als Krieger für soziale Gerechtigkeit bezeichnete. Feuerte ihn. Jane seufzt sanft, als sie die Geschichte hört. Immerhin würde das Drehbuch nicht umgesetzt werden. Dwayne zieht skeptisch eine Augenbraue hoch. Der Schmierfink hat einen Freund mit Geld. Viel Geld. Er wird schreiben. Regie führen. Und produzieren. Schmierfinken mit Freunden in hohen Positionen. So werden schlechte Filme gemacht. Sie stoßen auf schlechte Filme an. Jane lacht. Nicht, weil es lustig ist. Sondern weil es wahr ist.

ERINNERUNG 5826[]

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Seit Monaten hat sie nicht gearbeitet. Keine Anrufe. Kein Vorsprechen. Nichts. Jane starrt auf den leeren TV-Bildschirm. Als Kind hatte sie sich immer vorgestellt, im Fernsehen aufzutreten. Jetzt sieht sie sich nicht mehr im Fernsehen. Irgendetwas geschieht gerade. Sie sieht ihren Erfolg nicht mehr. Sie wünscht sich ihren Treffer. Ihren einen Treffer. Den einen Treffer unter Milliarden. Aber es gibt nur wenige Drehbücher für sie. Nur das übliche Klischee. Ihren Agenten sollte das nicht kümmern. Er sollte sie für alle weiblichen Rollen in ihrer Altersklasse anpreisen. Sie kann jede weibliche Rolle spielen, ob Haupt- oder Nebenrolle. Und doch darf sie nur als rassige Latina, als lustige Immigrantin oder als Bedienung mit Akzent vorsprechen. Niemals einfach nur als ... Frau, ... als Amerikanerin. Frau. Amerikanerin. Mehr will sie doch gar nicht. Sie starrt auf den Fernseher. Versucht sich selbst als Star einer Serie vorzustellen, aber es gelingt ihr nicht. Das Telefon klingelt. Ihr Agent. Sie soll vorsprechen. Eine große Rolle in einem Theaterstück. Und gut bezahlt. Für einen Augenblick, für einen kleinen Augenblick fühlt sie sich wie eine aus einer Milliarde.

ERINNERUNG 5827[]

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Janes Handy klingelt. Sie bleibt auf dem Gehweg stocksteif stehen. Das war es, und sie weiß nicht, ob sie drangehen soll oder nicht. Noch eine Absage würde sie nicht aushalten. Nicht bei dieser Rolle. Diese Rolle ist zu wichtig. Sie hebt das Handy an ihr Ohr. Geht dran. Sie hört eine vertraute Stimme. Ihr Agent. Er erzählt ihr, wie sehr alle von ihrem Vorsprechen begeistert waren. Wie alle fanden, dass sie einfach fantastisch ist. Er erzählt noch mehr. Sie wartet auf das Aber ... Auf das sprichwörtliche Aber ... Tausend Komplimente, die durch ein einzelnes, alles zerstörendes Aber aufgehoben werden ... Es kommt nicht. Sie hört sich allerhand Triviales an und wartet auf die höfliche Absage. Stattdessen: Du hast die Rolle ... Sie weiß nicht, ob sie richtig gehört hat ... Du hast die Rolle ... Sie stammelt vor sich hin. Ich hab die Rolle. Ihr Gesicht wird vor Unglauben ganz taub. Sie schreit. Fremde drehen sich nach ihr um. Entschuldigung.

ERINNERUNG 5828[]

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Dwayne hilft Jane in einem Café, die Texte zu lernen. Sie machen eine Pause, und er erzählt ihr, dass der Schmierfink nun eine Story über Chinesen macht und verzweifelt nach einem chinesischen Autor sucht, der seine neueste Abscheulichkeit vertreten soll. Jane lacht. Schmierfinken mit Geld. So werden schlechte Filme gemacht. Sie berichtet Dwayne, dass es mit dem Theaterstück ganz gut läuft. Sie muss keinen Akzent sprechen. Sie muss keinen Minirock tragen oder irgendein lächerliches Klischee bedienen. All diese Dummheiten aus der Vergangenheit braucht sie nicht zu machen. Das ist ein echter Auftritt. Ein bedeutungsvoller Auftritt. Ein Auftritt, von dem sie ihrer Familie erzählen kann. Sie klopft abergläubisch auf den Tisch. Dwayne lacht und sagt, dass dieser nicht aus echtem Holz besteht. Sie zuckt mit den Schultern. Er sagt, dass er sich für sie freut und überreicht ihr einen Ausschnitt aus einem Magazin. Offenes Vorsprechen für „Quick Talk“. Er sagt, er hätte ein gutes Wort für sie eingelegt. Sie wäre die perfekte Moderatorin. Sie bedankt sich bei ihm, aber das Theaterstück nimmt ihre gesamte Zeit ein. Schade. Du bist die authentischste Person, die ich kenne, und genau das braucht die Sendung. Authentizität.

ERINNERUNG 5829[]

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Die letzte Probe vor der Erstaufführung, und trotz einiger Änderungen des Drehbuchs in letzter Minute bringt sie ihre Rolle auf den Punkt. Sie spürt das Adrenalin und den Flow mehr als jemals zuvor. Der Regisseur klatscht, nachdem die letzte Zeile gesprochen ist. Er geht auf sie zu. Sagt ihr, wie begeistert er ist. Beeindruckt. Inspiriert. Aber ... er hat den Eindruck, ihre Rolle würde mit einem Akzent besser funktionieren. Wie bitte? Diese Aussage erschüttert sie. Warum? Das verstehe ich nicht. Für die Lacher. Es wäre lustig. Die Rolle braucht keinen Akzent. Die Rolle ist wunderbar ohne Akzent. Aber es würde eine komische Ader hinzufügen. Komische Ader? Das ist sie also für den Regisseur. Für die Produzenten. Für die Industrie. Eine komische Ader. Sie starrt ihn an. Wartet darauf, dass er in Gelächter ausbricht. Wartet darauf, dass er sagt, es sei ein Scherz gewesen. Wartet auf eine Entschuldigung, die niemals kommt. Sie seufzt und spürt die Kraft ihrer Ahnen durch ihre Adern strömen. Eine Kraft, die es nicht zulässt, dass sie sich unter Wert verkauft. Eine Kraft, die es nicht zulässt, dass sie ein schmerzliches Bild von dem bedient, was es bedeutet, Amerikanerin zu sein. Sie schüttelt vor dem Regisseur den Kopf. Such dir ein komödiantisches Arschloch. Sie stürmt von der Bühne. Jene, die ihrem Weg folgen, besiegen die Chancen. Selbst wenn diese eins zu einer Milliarde stehen. Bullshit.

David King: Manchester-Mashup[]

ERINNERUNG 339[]

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King ballt seine gebrochene Faust. Jubel und Rufe ertönen von Betrunkenen in der ganzen Gasse. Er blickt seinen gestürzten Gegner an. Gesicht blutig. Nase gebrochen. Zähne abgebrochen. Er tritt ihm ins Gesicht, um sein Werk zu vollenden. Er hat noch nie einen Kampf verloren. Jetzt nicht und auch sonst nie. Auf King kann man immer wetten. Er schaut zur Menge rüber. Sieht Donnie. Ein alter Freund mit einem Spielsuchtproblem. Kein großes Problem, wenn er weiterhin auf mich setzt. King schaut auf seine Uhr. Er kommt zu spät zum Familientreffen.

ERINNERUNG 340[]

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Kings Vater macht seiner Mutter die Hölle heiß, weil sie ihm blöd gekommen war, nachdem er etwas nicht verstanden hatte. Immer dieselbe Scheiße. King knirscht mit den Zähnen. Sein Gesicht wird warm und rot. Jede Prügelei. Jede einzelne hat er gewonnen, weil er im Gesicht seines Gegners seinen Vater gesehen hat. Er will auf ihn losgehen. Um etwas zu sagen. Irgendwas. Aber etwas zu sagen, bedeutet, ausgestoßen zu werden. Aber dieses Mal denkt er nicht mehr klar. Oder vielleicht doch. Sein Vater erhebt seine Hand, um seine Mutter zu schlagen. Es geschieht schneller als sein Verstand es erfassen kann. Im einen Moment schnappt er sich den Arm seines Vaters. Im nächsten schlägt er ihn mit jahrelang aufgestauter Wut schwarz und blau. Noch während seine Mutter seinem Vater aufhilft, geht er davon. Du bist raus! Lass dein Gesicht hier nie wieder blicken! Undankbarer Bastard! Raus!

ERINNERUNG 341[]

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Er hatte nie wirklich Freunde. Keine echten jedenfalls. Er hatte ein Gefolge. Eine Gruppe aus Fieslingen, die mit seiner Kreditkarte das tolle Leben genossen. Jetzt hat er niemanden. Nicht einen einzigen Freund, der ihm hilft. Damals in der Schule hatte er Freunde. Aber das ist schon lange her. Er braucht Geld. Aber Geld wächst nicht auf Bäumen, und niemand will ihn herausfordern. Nicht nach dem, was er seinem letzten Gegner angetan hat. Er braucht einen Job. Seine Konten sind fast leer, und seine alten Gewohnheiten im leichtfertigen Umgang mit Geld sind schwer abzustellen.

ERINNERUNG 342[]

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Er trifft sich mit Tommy. Tommy hat in seiner Wohnung keinen Platz für ihn. Hätte er ja gerne, aber leider hat er ihn nicht. Mick will ihm helfen, aber seine alte Dame lässt ihn nicht. Dasselbe bei Bill und Harry. Seine Ex ist abgerauscht und will ihn nicht mehr sehen. Weil er ein Scheißkerl sei oder so. Er kann nicht ewig im Hotelzimmer wohnen. Das leert das Konto zu schnell. Er erinnert sich an ein Gesicht, das er kürzlich bei seinem letzten Kampf in der Menge gesehen hatte. Sie waren seit dem Kleinkindalter befreundet. Selbst, als sie getrennte Wege gingen, blieb er ein besonderer Freund. King sucht ihn auf. Castledrive. Er winkt ein Taxi heran.

ERINNERUNG 343[]

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King hat sich schon lange nicht mehr lebendig gefühlt. Er sitzt in Donnies Wohnung, trinkt Altbier und merkt, wie sehr ihm aufrichtige und offene Gespräche gefehlt haben. Donnie war schon sein Freund, bevor er begriff, dass er Geld hatte. Die Reichen sind nicht wirklich reich. Er ist nicht sicher, warum er das denkt oder was es bedeutet. Nur ein zufälliger Gedanke. Vermutlich hat das Bier gesprochen. Donnie sagt, er kann bleiben, bis er alles auf die Reihe bekommen hat. Er weiß aber nicht, wann das sein wird. Egal. Ein plötzliches Klopfen an der Tür erschreckt ihn. Donnie steht auf. Öffnet die Tür um ein paar Männer mit schwarzen Lederjacken hineinzulassen. Schlägertypen. King hört nicht viel vom Gespräch. Was er aber hört, gefällt ihm nicht. Donnie schuldet irgendwem Geld und kann mit einer Ladung Blei im Gesicht rechnen, wenn er nicht zahlt. Er lacht, als er zum Küchentisch zurückkehrt. Deine Schuld, Dave. Ich weiß nicht mehr, auf wen ich noch wetten soll.

ERINNERUNG 344[]

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King hat seine letzten drei Jobs verloren und will jetzt nun wieder das machen, was er am besten kann. Ein Herausforderer geht in den Kreis in der schwach beleuchteten Gasse. Doppelt so groß wie er. Massiv. King ist das egal. Ein Kopf ist ein Kopf. Er wird zu Boden gehen, genau wie die anderen. Die Menge nennt ihn den „Ghetto-Stampfer“. Der Ghetto-Stampfer starrt ihn an. Der Schieri spuckt die Regeln aus, die er schon tausende Male gehört hat. King starrt zurück ... und sieht ... nicht seinen Vater, sondern seinen Gegner. Eine Glocke ertönt. Mit einem tierischen Knurren schnellt der Ghetto-Stampfer nach vorne. King weicht einem wilden Schlag aus, er ansonsten seinen Kopf vom Körper gerissen hätte. Er fühlt sich seltsam. Reaktionslos. Verwirrt. Donnie schreit ihn an. Als er zu ihm hinüberschaut, bekommt er eine gewaltige Faust gegen den Schädel. Es flimmert vor seinen Augen. Er kann sich nicht an den Schlag gegen seinen Kopf erinnern. Er kann sich nicht daran erinnern, wie seine Beine nachgeben. Er kann sich nicht einmal daran erinnern, wie er in einem Haufen faulenden Abfalls zusammenbricht. Er erinnert sich nur daran, wie er auf der Couch in Donnies Wohnung aufwacht. Geht es mir gut? Werde ich mich erholen? Ich weiß es nicht. War es nur ein Glückstreffer? Passiert sogar den Besten. Ich fühle mich wie ein Wrack. Ich bin ein Wrack. Donnie hatte sein letztes Geld auf ihn gesetzt.

ERINNERUNG 345[]

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Allmählich gewöhnt King sich daran, hinter einer Theke zu arbeiten. Teilt sich seine Kräfte mit den Drinks ein. Donnie nippt an einem Bier und erzählt ihm, dass er einen anderen Grund zum Kämpfen braucht. King sagt Donnie, dass er nach Hause gehen sollte, bevor sich sein Bier in Pisse verwandelt. Bevor er Ärger bekommt. Zu spät. King sieht zwei Männer. Sie gehen auf Donnie zu. Schnappen sich ihn. Zerren ihn in den Keller. Kein gutes Zeichen. King will ihm zur Hilfe eilen, aber sein Manager schreit ihn an, dass er hinter der Theke bleiben soll. Verdammt. Er springt über die Theke und eilt in den Keller, wo Donnie gerade vom Ghetto-Stampfer zusammengeschlagen wird, während Onkel Brass in seinem Sessel zusieht. King zögert nicht. Er greift ihn an. Sie tauschen tödliche Schläge aus. Ghetto-Stampfer kommt kaum mit. Onkel Brass schickt andere auf King. Egal. King ist ein Wirbelwind der Zerstörung. Er bricht Ghettos Knie und bohrt seine Daumen in seine Augen. Ein Augapfel springt heraus, hängt aber noch am Nerv. Schreie des Schreckens. Ghetto-Stampfer hält seinen Augapfel in den Händen und schreit um Hilfe. Stolpert und prallt gegen die Wand, als weitere Schläger angreifen. Stopp! Onkel Brass steht auf und kommt näher. Für das, was du mit meinen Jungs gemacht hast, könnte ich dir den Kopf abreißen. King kommt taumelnd auf die Füße. Ich mache keine Scherze, nicht wahr? Seine Schuld ist bezahlt, wenn du für mich arbeitest. Er richtet sich auf und klopft seine Jacke ab. Auf King kann man immer wetten.

Herman Carter: Aufstieg[]

ERINNERUNG 1782[]

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Schwachkopf. So nennt er Professor Blanchard. Der Schwachkopf wählt zwei Studenten aus, die einen Forschungsauftrag in einem verlassenen Farmhaus leiten sollen. Carter weiß, dass er ausgewählt werden wird. Er ist der Beste im Neurowissenschaften-Programm. Der Beste am Léry ... Das Léry ... Es konnte nur das Léry sein. Das Léry oder das Allan. Zwei Institute, die bereits mit der Regierung zusammengearbeitet haben, um die Grenzen der Psychologie bis hinter den Kodex zu erweitern. Nicht bis hinter den Kodex. Trotz des Kodexes. Die Unterlagen vom Allan haben ihn fasziniert. Haben ihn eingenommen. Haben ihn inspiriert. Wäre er Kanadier gewesen, dann wäre es das Allan geworden. Oder, wie viele es nannten: das Ravenscrag. Die Experimente dort waren brillant. Innovativ. Weltbewegend. Er wünscht sich, er wäre in den Fünzigerjahren unter Lord Crag Student gewesen. Der Spitzname, den die Patienten am Ravenscrag dem Genie gaben. Lord Crag kehrte mit Ideen von seinen Prüfungen zurück. Nicht mit belehrenden Märchen. Nicht mit der Abneigung, wie die anderen Sentimentalen sie hatten, die jene Ärzte verdammten, die ohnehin in sein Land geschmuggelt und mit den höchsten Regierungspositionen ausgestattet werden würden – im Gegenzug für ihre Entdeckungen. Lord Crag brachte die Experimente, von denen er gehört hatte, auf das nächste Level. Und Carter ... Carter hofft, dasselbe tun zu können. Aber nicht mit diesem Professor. Nicht mit Blanchard. Dr. Blanchard. Dr. ... Sentimental Blanchard. Er hat keine Ahnung, was wahre Macht ist. Wahre Macht ist Freiheit. Wahre Freiheit. Freiheit jenseits der Grenzen von Ethik und Moral.

ERINNERUNG 1783[]

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Carter leitet den Forschungsauftrag mit einem Fachkollegen. Die Herausforderung: Das Geheimwort durch den Verhörstil „guter Doktor, böser Doktor“ herauszufinden, der von einem sentimentalen Schwachkopf eines anderen Instituts aufgebracht wurde. Er ist ein böser Doktor. Ein böser Doktor mit Kodex ... Eine Liste, die der Schwachkopf ihm gegeben hat und Dinge beschreibt, die man tun und lassen sollte. Sehr einschränkend. Zu einschränkend. Geradezu kontraproduktiv. Wie soll er innerhalb dieser Grenzen etwas herausfinden? Ganz sicher begreift er, wie sinnlos das Experiment mit diesem Kodex ist. Und trotzdem versucht er es. Er schreit einen Kommilitonen an, der ihm am Tisch gegenüber sitzt. Schreie? Na toll. Sag es mir, oder ich ... schreie noch einmal. Der Student nimmt ihn nicht einmal ernst. Er täuscht die Angst nur vor. Er tut nur so, als ob. Ich würde seinen Schädel einschlagen und das Geheimwort aus seinem mittelmäßigen Gehirn herausreißen.

ERINNERUNG 1784[]

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Zweiter Tag und nichts. Carter ist frustriert. So richtig frustriert. Zumindest sind sie gefesselt. Alle sieben. Aber das reicht noch nicht. Sie müssen das Verhör aufs nächste Level bringen. Ihnen Essen und Trinken entziehen. Dann werden sie reden. Wenn ihre Zellen anfangen, dem Kannibalismus zu verfallen, ... dann werden sie reden. Oder noch besser: Er sollte sie des Schlafs berauben. Schlafentzug ... lässt die Masken fallen. Lässt Leute unachtsam werden. Versprich ihnen ein paar Minuten Schlaf, damit sie reden. Die sieben Gefangenen starren ihn an. Sie wissen, dass sie in Sicherheit sind. Er kann es in ihren Augen sehen. Grenzen. Durch das Beachten von Grenzen hat es noch nie irgendwer zu irgendwas gebracht. Er hasst seinen Kollegen. Guter Doktor. Würde er alleine und ohne Kodex arbeiten, hätte er das Geheimwort schon längst.

ERINNERUNG 1785[]

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Lächerliche Grenzen. Skinner hat es besser gewusst. Hat sein eigenes Kind jahrelang in eine Art Kiste gesteckt, nur um zu sehen, was es dann macht. Huxley hat für den Geheimdienst gearbeitet und hat in „Schöne neue Welt“ Wahrheiten und Lügen aufgeschrieben. „Der Krieg der Welten“ war ein weiterer großartiger Test in Sachen Massenpropaganda. Die Macht des Rundfunks nutzen, um bei einem arglosen Publikum Angst zu schüren. Die Macht der Angst nutzen, um Schweigen und Gleichgültigkeit ebenso wie perfekte Kunden zu erzeugen. Ethik. Moral. Grenzen. Für Schafe, nicht für Hirten. Carter verspürt die Angst mehr denn je, während er den guten Doktor beim Verhör eines seiner Klassenkameraden beobachtet. Er nähert sich ihm von hinten mit einem Stück Holz. Es hatte auf dem Boden gelegen. Er hebt den provisorischen Knüppel. Bevor er begreift, was er macht, schlägt er auf den Schädel des guten Doktors ein. Vorgetäuschte Angst wird zu echter Angst, als seine Mitstudenten ihn voller Schrecken anstarren. Kein guter Doktor mehr. Keine Regeln mehr. Keine Grenzen mehr ... Nur die Grenzen seiner Vorstellungskraft.

ERINNERUNG 1786[]

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Carter fesselt einen Studenten an einen Stuhl. Überall tropft warmes Blut. Er reißt Stücke von seinem Fleisch aus seinem Gesicht ... Die Schafe gucken weg, blicken aber nie auf. Unter schrecklichem Stöhnen und Winden quetscht er aus jedem einzelnen von ihnen ein Geheimwort raus: Neue. Reich. Horizonte. Viertes. Nachtigall. Stört. Seine Klassenkameraden betteln darum, freigelassen zu werden. Sie schluchzen und winseln auf ihren Stühlen. Sie flehen darum, das Experiment zu beenden. Du hast die Wörter! Du hast gewonnen! Wir sind erledigt! Carter lächelt. Er hat noch ein paar Tage. Noch ein paar weitere Tage und ein paar weitere Experimente. Das könnte seine Karriere aufs Spiel setzen, ... aber ... dafür kann der gute Doktor noch seinen Kopf hinhalten. Ich werde das tun, was ich bei Lord Crag gelernt habe: bei diesen Schwachköpfen eine Lobotomie durchführen und sie manipulieren ... Nein, nicht manipulieren ... Nein, ich werde ... eine Realität erschaffen.

ERINNERUNG 1787[]

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Musik dudelt. Augen werden mit Zahnstochern offen gehalten. Carter überlagert das alles mit einem sich wiederholenden Lied, das eine nicht hörbare, unterschwellige Frequenz enthält, die Angst und Unzufriedenheit erzeugt. Mit diesem Lied hat er an seinen Eltern experimentiert. Es hat immer für Streit zwischen ihnen gesorgt. Er kann sich nicht daran erinnern, woher er es hat. Zum ersten Mal hatte er in der Werbeindustrie von unterschwelligen Frequenzen gehört. Die Werbeindustrie bestreitet, dass sie funktionieren. Aber natürlich tun sie es. Die Werbeindustrie bestreitet, dass sie unterschwellige Frequenzen nutzt. Aber ... sie tut es. Sie nutzt sie, und sie funktionieren. Sie müssen funktionieren. Denn innerer Frieden und Zufriedenheit sind unsere natürliche Veranlagung. Krieg und Unzufriedenheit müssen jedoch geschürt werden, erzwungen, erschaffen, wiederholt – wieder und wieder, bis sie zum Hauptdrehbuch des kollektiven Bewusstseins werden. PAPERCLIP. BLUEBIRD. MK-ULTRA. MK-DELTA. MK-SEARCH. Diese Programme waren alle notwendig. Lord Crag hatte den richtigen Gedanken. Gute Instinkte. Ebenso wie der „Black Sorcerer“ und der „Dirty Trickster“. Sie waren die Inspiration für all die guten Sachen, die er mitbrachte. Musik. Drinks. Drogen. Viele Drogen. Für einen Augenblick, nur einen kurzen Augenblick, zögert er. Vermutlich wandert er für lange Zeit in den Knast, wenn er diese Sachen benutzt. Aber ... frei zu sein, ... wirklich frei zu sein für ein paar Tage ... ist eine lebenslange Haft wert. Aber ich werde nicht erwischt werden. Nur der gute Doktor wird erwischt werden.

ERINNERUNG 1788[]

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Carter fragt sich, ob er diese Schafe erneuern kann. Erneuern. Er liebt diesen Begriff. Ihnen Elektroschocks verpassen, sie zahllosen Bildern von Tod, Chaos und Zerstörung aussetzen. Das Hirn traumatisieren. Es entleeren. Die Subjekte einer Lobotomie unterziehen und sie mit anderen Persönlichkeiten erneuern. Er frage sich, ob er diese Schafe durch Erneuerung zu Wölfen machen kann. Damit sie sich gegenseitig umbringen. Oder eher: diese guten, gesetzeshörigen Studenten in Serienattentäter verwandeln. Er reißt den Stecker aus einer Lampe. Breitet die Drähte aus. Hält die freigelegten Drähte an den Mund eines Studenten. Nähert sich langsam der Steckdose und beobachtet den Schrecken im Gesicht des Studenten. Stöpselt den Stecker ein. Schreit, als er diesen vorbildlichen Studenten erneuert. Ein fauliger Geruch von versengtem Haar und verbrannter Haut erreicht seine olfaktorischen Rezeptoren. Und noch ein Gestank. Der Schwachkopf hat sich in die Hose gemacht. Carter lacht. Seit Ewigkeiten hat er sich nicht mehr so lebendig gefühlt. Frei sein. Ah ... Wirklich frei sein.

ERINNERUNG 1789[]

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Seit er das Hirn einer Maus in ein Kaninchen verpflanzt hat, hat Carter nicht mehr so viel Spaß gehabt. Eine Woche reicht nicht. Er wünscht sich, er hätte mehr Zeit. Er braucht mehr Zeit. Im Geist gibt es neue Wege zu erkunden. Zu viele Wege, zu wenig Zeit. Er wünscht sich, er hätte die Instrumente, um an ihren Gehirnen zu operieren. In der Küche gibt es Messer. Könnte funktionieren. Keine chirurgische Präzision, aber ... ausreichend. Er hat von einer Drüse im Hirn gelesen, die wie ein Auge aussieht. Eine Drüse, die angeblich DMT abgibt. Eine Art mystischer Droge. Er fragt sich, ob er sie aus einem lebenden Subjekt extrahieren kann. Er fragt sich, was eine ordentliche Dosis DMT mit einem Testsubjekt anstellen kann.

ERINNERUNG 1790[]

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Carter löst ein Seil. Er wird den guten Doktor freilassen. Er hat ihn mit Drogen vollgepumpt und mit seinen neuen Gedanken programmiert. Er glaubt, dass die anderen Studenten russische Spione sind, die aus Gründen der nationalen Sicherheit hingerichtet werden müssen. Er wickelt das Seil ab und legt ihm einen Schraubenzieher in die Hand. Er überlegt es sich anders. Nimmt den Schraubenzieher wieder weg. Ersetzt ihn durch eine Gabel. Überlegt es sich erneut anders. Ersetzt sie durch einen Löffel. Er hat noch nie gesehen, wie ein Löffel benutzt wurde, um einen Menschen umzubringen. Er weicht vom guten Doktor zurück, der desorientiert und verwirrt wirkt. Erneuert. Er sagt einen Satz. Der Mond ist versunken. Die Verwirrung wird zu Klarheit, als der gute Doktor aufsteht und sich den russischen Studenten nähert ... Mit einem Löffel. Brillant.

ERINNERUNG 1791[]

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Der sentimentale Blanchard kehrt mit einer Gruppe Männer, die Carter noch nie zuvor gesehen hat, zu seinem Farmhaus zurück. Sie sehen aus wie Regierungsleute. Er unterdrückt ein Lächeln und sagt ihnen, dass der gute Doktor außer Kontrolle geraten ist. Hat es etwas zu weit getrieben. Er selbst sei gerade noch lebendig davongekommen. Blanchard sagt ihm, dass er die Klappe halten soll. Sein Tonfall ist anders. Er klingt nicht wie ein Schwachkopf. Carter wechselt Blicke mit den Männern in ihren schwarzen Anzügen. Er versteht nicht. Der Schwachkopf tritt ein und tut das Unerwartete. Er starrt den kaum noch atmenden Studenten unbeirrt an. Keine Angst. Keine Panik. Keine Emotion. Nichts. Er grinst und murmelt sich selbst etwas in Deutsch zu. Er dreht sich mit einem Lächeln im Gesicht zu Carter. Sein Lächeln verwandelt sich in ein Grinsen, als die Männer in den schwarzen Anzügen ihm Handschellen verpassen und verhaften. Blanchard flüstert. Sieht ganz danach aus, dass du deine Chance hattest, die Hölle glücklich zu machen. Und du hast sie genutzt. Die Handschellen sind nur für den Anschein. Ich ... Ich ... verstehe nicht. Doch, ... tust du. Du verstehst viel mehr als die anderen. Willkommen im Programm MK-Erwachen.

Rin Yamaoka: In Blut eingeweicht[]

ERINNERUNG 5100[]

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Rin sitzt nach der Schule an ihrem Schreibtisch. Nicht, weil sie Spaß an der Junior High hat oder ihre Lehrer respektiert, sondern weil sie es verabscheut zum Erlernen von Kendo gezwungen zu werden. Aber ihr Vater verlangt es von ihr. Er verlangt, dass sie den Umgang mit dem Schwert übt. Nein, sie soll nicht nur üben. Sie soll darin glänzen. Sie ist eine Yamaoka. Die Yamaokas stammen von einer stolzen Linie ab. Eine Linie aus Samurai. Daran erinnert er sie jeden Tag. Und jeden Tag ärgern und hänseln die anderen Kinder sie. Sagen ihr, dass sie in ihrer Klasse nichts verloren hat, dass sie besser einen Besen und kein Shinai schwingen sollte. Sie gibt ihr Bestes, sie zu ignorieren. Wenn sie den Umgang mit einem Katana erlernt, wird ihr Vater vielleicht besser drauf sein. In letzter Zeit war er nicht er selbst. Frustriert. Gereizt. Empfindlich. Momentan kann sie es ihm nicht recht machen. Ihre Mutter auch nicht. Er ist sehr still geworden und führt Selbstgespräche. Sie versteht nicht, was mit ihm los ist, aber sie weiß, dass er leidet. Und das Letzte, was sie will, ist, sein Leid noch zu verstärken. Familie ist alles, und eines Tages wird sie im Umgang mit dem Katana vielleicht ganz gut sein. Vielleicht wird sie sogar Spaß daran haben.

ERINNERUNG 5101[]

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Rins Knochen fühlen sich spröde an und scheinen unter dem Gewicht der Rüstung zusammenbrechen zu wollen. Sie hält ihr Bambus-Shinai zu ihrem Gegner hoch. Ich will, dass das zu Ende geht. Kann es nicht einfach zu Ende sein? Ihr Gegner beleidigt sie. Er sagt ihr, in der Umkleide sei ein zerbrochenes Fenster, das sie reparieren solle, bevor sich daran noch jemand verletzt. Hausmeisterin Yamaoka. Er lacht. Er macht einen weiteren Hausmeisterwitz auf ihre Kosten. Plötzlich wird ihr Gesicht ganz heiß. Sie will das Shinai in seinen Hals stecken. Will sehen, wie er lacht, wenn Holz und Splitter sich durch seinen Magen bohren. Splitter, die sich durch seinen Hals bohren? Wo kamen diese Gedanken jetzt her? Normalerweise denkt sie solche Dinge nicht. Sie winkelt ihr Shinai an und spürt etwas Seltsames in sich. So etwas hat sie noch nie zuvor gespürt. Es ist wie ... ein erwachender Drache in Ihrem Herzen. Sie sieht ihren grinsenden Gegner an. Gedankenschnell macht sie einen Satz nach vorne und schlägt gegen den Kopf ihres Gegners. Alle lachen ihn aus. Sein Kopf sinkt in einer Mischung aus Niederlage und Demütigung. Ein Junge starrt sie mit großen, ungläubigen Augen an. Er blinzelt. Du könntest doch eine Yamaoka sein. Sie hasst es, das zuzugeben, aber ... es fühlt sich gut an, zu gewinnen. Nein. Nicht, zu gewinnen. Einen Gegner zu besiegen. Einen anderen Menschen zu besiegen. Einen anderen Menschen zu besiegen? Warum habe ich das gedacht? Das sind nicht meine Gedanken. Doch, sind sie.

ERINNERUNG 5102[]

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Sie versteht nicht, was passiert ist. Was ist über sie gekommen und hat ihr die Kraft gegeben sich mit dem Jungen vor ihr anzulegen? Er lacht nicht mehr. Er starrt sie an. Sie hat ihn geschlagen. Nicht einmal. Nicht zweimal. Sondern dreimal. Der Junge starrt sie weiterhin mit offenem Mund an. Irgendetwas verändert sich in Hausmeisterin Yamaoka. Sie wissen es. Sie weiß es. Sie spürt den erwachenden Drachen in ihrem Herzen. Noch nie hat sie sich so nah daran gefühlt, eine Kämpferin zu sein, ... eine Kriegerin, ... eine Yamaoka ... Und es gefällt ihr ... Es gefällt ihr, mit Respekt behandelt zu werden ... Es gefällt ihr, ernstgenommen zu werden. Für einen Augenblick stellt sie sich vor, an der Seite des großen Renjiro Yamaoka und seines Sohns Kazan zu stehen. Etwas zerrt in ihrem Herzen, und der Drache regt sich ... Und der Drache, ... das begreift sie jetzt, ... ist das Erwachen ihres pulsierenden Yamaoka-Bluts.

ERINNERUNG 5103[]

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Hausmeisterin Yamaoka! Du hast Glück gehabt! Jetzt schauen wir mal, wie viel Glück du wirklich hast! Die Jungen kommen auf sie zu. Fluchen. Scherzen. Schreien. Sie will abhauen, aber sie sieht keinen Ausweg. Sie will sich dafür entschuldigen, dass sie im Umgang mit einem Shinai gut ist, aber der erwachende Drache in ihrem Herzen lässt es nicht zu. Sie hat nichts falsch gemacht. Es gibt keinen Grund, sich zu entschuldigen. Sie hat endlich getan, was sie sollte, und jetzt kommen sie auf sie zu, als hätte sie gemogelt ... Als ob sie den Drachen sehen konnten, der ihr geholfen hat. Sie hat Angst. Wo ist dieser Drache jetzt? Wo ist der Geist ihrer Ahnen? Sie hebt bittend eine Hand, um die Jungen aufzuhalten. Dafür wirst du bezahlen! Du hast mich wie einen Narren aussehen lassen! Für einen kleinen Augenblick gibt es eine Lücke zwischen zwei Jungen, und es gibt kein Zögern, sondern nur Handeln. Sie stürmt hindurch und über den Schulhof, während die Gruppe wütender Jungen sie verfolgt. Hinter einer Mülltonne duckt sie sich schnell und beobachtet, wie die Jungen an ihr vorbei rennen. Einer hält an, ... dreht sich zu den Mülltonnen um, ... verengt seine Augen. Sie hält ihren Atem an. In ihrem Kopf hört sie ihr Herz klopfen. Warum verstecken?! Du bist besser als diese Bauern! Stelle dich und zeig ihnen, wer du bist! Aber sie zeigt sich nicht. Sie versteckt sich und wünscht sich, dass der erwachende Drache sich wieder schlafen legt.

ERINNERUNG 5104[]

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Rin kommt aus ihrem Versteck hervor und setzt zu ihrem langen Heimweg an. Der Drache in ihrem Herzen ermahnt sie, weil sie sich versteckt hatte. Er sagt ihr, dass sie mehr ist als ihre Peiniger, und dass sie sich niemals vor Schlägertypen und Übeltätern verstecken muss. Sie ist nicht sicher, was sie hätte tun oder denken sollen. Vielleicht hätte sie sich ihnen stellen sollen. Vielleicht hätte sie es auf eine Konfrontation ankommen lassen sollen. Vielleicht hätte sie sie niedergestreckt und in Stücke gerissen. In Stücke gerissen? Was denke ich denn da? Wo kam das denn her? In Stücke gerissen? Was sind das für finstere Gedanken? Bevor sie sich ihre eigene Frage beantworten kann, hört sie eine Stimme. Sie hört ... ihre Peiniger, wie sie sie verhöhnen und sie beleidigen. Sie dreht sich nicht um. Sie läuft nicht davon. Sie läuft nicht davon, weil sie weiß, was kommen wird. Und es ist ihr egal. Der Drache in ihr sagt ihr, dass alles gut wird. Die Jungen werfen Müll nach ihr. Nennen sie Hausmeisterin Yamaoka! Hausmeisterin Yamaoka! Hausmeisterin Yamaoka! Sie weiß, was als Nächstes kommt. Sie sieht es vor ihrem geistigen Auge wie früher die Samurai. Sie werden sie zu Boden schubsen. Sie umstellen. Sie schlagen und treten. Aber dieses Mal wird sie sich nicht vom Schmerz besiegen lassen. Sie wird sich nicht von der Angst lähmen lassen. Sie wird die Angst und den Schmerz nutzen, um den Drachen zu füttern. Heute werden ihre Peiniger Zähne und Krallen spüren ... Sie werden ihren Zorn spüren ... Und sie werden begreifen, ... dass sie eine Yamaoka ist!

Beobachtungen: LOGS 293, 328, 345, 632, 767, 1043, 3212, 7547, 9082, 9873[]

ARCUS 293[]

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Es hätte schlimmer kommen können. Ich hätte in eine Dimension verbannt werden können, in denen der Aurisnebel keine Erinnerungen von zahllosen Opfern enthält. Erinnerungen, die mich mit Münz- und Geistersammlungen unterhalten und beschäftigt halten ... Und die Musik ... So viele Lieder und Songs ... Die Variationen aus den Parallelwelten ... Sie helfen, die Zeit rumzubekommen. Auf eine verschrobene Art gebe ich damit wohl zu, dass ich froh bin, wenn der Entitus sich vom Omniversum nimmt, was er will und wann er es will.

ARCUS 328[]

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Im Kern einer jeden denkenden Person steckt Neugier. Das Bedürfnis nach Wissen über nicht kartierte und unbekannte Territorien. Doch was in diesen leeren Bereichen des Abgrunds ... des Kosmos entdeckt wird, sind Dinge, die sich der Vorstellungskraft entziehen. Dinge, die besser unbeobachtet bleiben, denn sie unterminieren unsere geistige Gesundheit. Es ist besser, sich der Ignoranz zu ergeben, als sich der Wahrheit über unsere Unwichtigkeit im großen Plan des Universums zu stellen. Im Vergleich zur Weite der Unendlichkeit sind wir allenfalls Mikroben, die in einer endlosen und gleichgültigen kosmischen Suppe schwimmen. Zwar sage ich Suppe, ... aber der Entitus ist vermutlich eher ein Blutpudding.

ARCUS 345[]

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Kürzlich habe ich mich gefragt, ob die Überlebenden die überwältigende Wichtigkeit ihrer Gedanken und Gefühle begreifen, und ob der Entitus sie nutzt, um die Prüfung zu verfeinern. Gedanken und Gefühle, die mir kurze Einblicke gewähren, wie es ist, in einer Parallelwelt als eine andere Person gelebt zu haben. Das hilft mir dabei, die Zeit herumzubringen.

ARCUS 632[]

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Durch einen Spalt habe ich, so glaube ich zumindest, eine weitere Erinnerung davon aufgelesen, wie Vigo die Realität innerhalb des Entitus verwirklicht, und zwar mit etwas, das dem Auris sehr ähnelt. Wie er dazu kam, die Machenschaften des Nebels zu verstehen, ist rätselhaft und inspirierend zugleich. Es lässt mich vermuten, dass dieser Ort vielleicht die Verbindungen zu unseren unendlichen Ichs im ganzen Omniversum erweitert.

ARCUS 767[]

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Zuhause hatte kaum jemand Verständnis für das Auris. Und um fair zu sein: Es hat auch kaum eine Chance gehabt, dem Rat seine Vorzüge zu erklären. Hätten sie sich die Zeit genommen, zu verstehen, dass ich trotz fehlender und überprüfbarer Erklärungen für die Funktionsweise des Auris ... Theorien hatte. Und die plausibelste davon war, dass das Auris auf Basis der Trinität – der Dreifaltigkeit der Schöpfung – funktioniert. Das ist ein Konzept, das von unseren Ahnen lange beachtet wurde, bis es im Laufe der Zeitalter vergessen wurde. Aber das Konzept ist nicht kompliziert, es ist keine Hexerei, es ist kein Geheimnis. Es legt ganz einfach nahe, dass man zwei Dinge benötigt, um ein drittes zu erschaffen. Ein Vater und eine Mutter erschaffen ein Kind. Eine Idee und Leidenschaft erzeugen etwas Neues, etwas Reales, etwas, das von Dauer und bedeutungsvoll ist. Ein Gedanke und ein Gefühl. Darin liegt die beste Theorie über das Auris. Damit wird erklärt, wie man mit Aurispartikeln etwas erschaffen kann. Das Scheitern anderer Pioniere damals Zuhause liegt darin begründet, dass sie dachten, Gedanken alleine würden reichen. Dabei ist das in Wirklichkeit nur die halbe Gleichung ... Die andere Hälfte sind die Emotionen, denn Gefühle und Leidenschaft sind es, die das Feuer der Schöpfung schüren. Das Auris verstärkt, verwirklicht und schmiedet etwas Neues, indem es die Gussform der Gedanken und das Feuer der Leidenschaft nutzt. Oder ... ich bin schon zu lange hier und versuche mich an Theorien festzuklammern, um die Zeit zu vertreiben.

ARCUS 1043[]

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Ich betrachte und beobachte die Reiche des Entitus mit Augen, die Zwietracht, Chaos, Angst und Schrecken sehen ... Und doch muss ich einräumen, dass ich von Erscheinungen beeinflusst werde, und dass es vielleicht eine weitere Wahrheit hinter dem Schleier gibt. Und es kommt mir zwecklos, wenn nicht sogar absurd vor, in Worte zu fassen, was ich sehe.

ARCUS 3212[]

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Von einem Fenster aus kann ich etwas sehen, das sich beim bewegen unheimlich leuchtet. Durch den schwarzen Nebel leuchtet es dort, winkt mir zu. Und doch kann ich nicht gehen. Ich kann mich nicht bewegen. Ich kann nur durch das Auris Dinge zu mir bringen. Was ist das für ein Licht? Ist es ein Lebewesen, das vom Entitus geschickt wurde? Ist es ein Überlebender? Vielleicht ist es auch eine im Stich gelassene Seele von Zuhause, die genau wie ich nach dem Rückweg sucht. Ein unnatürlicher Wind heult, und ich starre das wandernde, hypnotische Licht an. Ein abscheuliches beobachtendes Auge, das versucht, mich zu erreichen, mir etwas zu sagen, etwas mit seiner seltsamen, rhythmischen Bewegung zu vermitteln.

ARCUS 7547[]

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Whiskey bis tief in die Nacht. Ein seltsamer Nachgeschmack ... Der Geschmack einer Welt, die den besten Whiskey herstellt. Whiskey-Träume gehören zu den besten Träumen überhaupt. Träume von Zuhause mit Freunden und Familie, verlorene Zeit genießen. Als ich wieder zu Sinnen kam, bemerkte ich, dass ich meinen Gefängnispalast auf den Kopf gestellt hatte. An nichts davon konnte ich mich erinnern. Alles nur verschwommene Trunkenheit. So viele Gemälde und Statuen, die ich nach Erinnerungen aus anderen Welten erschaffen hatte, ... zerschlagen ... Ich verliere so langsam den Bezug zur Realität, und vielleicht ist das auch gut so. Ein Tag geht in den nächsten über, und ich bin in einem Sturm aus Whiskey, Schreien und endlosen Strömen zerstörter Erinnerungen verloren.

ARCUS 9082[]

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Max hat einen ziemlich starken Arm. Ein Farmer kam einmal aus seiner Scheune, und mit einem gut gezielten Schlag mit einem Spaten wurde sein Kopf von seinen Schultern getrennt. Zwei Fontänen heißen Blutes sprangen wie Geysire aus seinem Körper. Er sah zu, wie der kopflose Mann umherstolperte und in einer wachsenden Pfütze aus dampfendem Blut zusammenbrach. Ich muss zugeben, dass ich diese Erinnerung mehr als einmal betrachtet habe. Sie ist einer meiner Favoriten. Ich finde Max auf eine verstörende Weise amüsant und die Illusion des Todes faszinierend ... zumindest aus der Ferne.

ARCUS 9873[]

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King hat seine eigene Art, Dinge zu erledigen, die recht amüsant ist. Eine meiner Lieblingserinnerungen, die ich gerne von Zeit zu Zeit abrufe, wenn ich eine Aufmunterung brauche, ist Erinnerung 2332. Benzinmann. King schnappt sich diesen Mann, der ein paar Ratenzahlungen eines Darlehens ausgelassen hat. Er zieht ihn an den Haaren und wirft ihn in eine Gasse. Er schnappt sich einen metallenen Benzinkanister und übergießt den „Mistkerl“ mit dem Inhalt und zündet ein Streichholz an. Er blickt durch die flackernde Flamme, während der Mann voller Schrecken schreit. Er beobachtet, wie der Mann um sein Leben bettelt. Dann schnippt er das Streichholz nach vorne. Dem Mann fallen fast die Augen aus dem Kopf, als die Flamme seine Brust trifft und zischend zu Boden fällt. King sagt ihm, dass er seine nächste Rate bezahlen soll, sonst würde er nächstes Mal echtes Benzin nehmen. Brillant.

Enthüllungen: LOGS 223, 893, 1032, 7456[]

ARCUS 223[]

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Im Archiv spürte ich eine unheimliche und unsichtbare Gegenwart, während ich über den Entitus nachdachte. Ich konnte den schwerfälligen Atem von Killern hören, die vor meinem Gefängnis standen. Ich blickte hinaus in den dunklen, wabernden Nebel und sah nichts ... Entweder ist der Entitus sich meiner Gegenwart bewusst und macht sich bereit, Killer zu schicken, die meinen Plänen ein Ende bereiten, ... oder die Erinnerungen von Überlebenden verbinden sich irgendwie mit meinen persönlichen Erinnerungen, und diese Geräusche sind nur eine Nebenwirkung der Überbeanspruchung des Auris. Letzten Endes ist es egal. Wenn ich den Entitus vernichten könnte, würde ich das auch tun. Selbst dann, wenn es meinen eigenen Tod bedeutete. Mein Leben ist nur ein kleiner Preis für die Rettung der Welten, die durch ihn zerstört würden.

ARCUS 893[]

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Mehrere Überlebende fielen dem Wahnsinn anheim, als sie der Prüfung entkamen. In ihnen steckten Erinnerungen an vorige Inkarnationen, sodass ein Überlebender begann, seinen Kopf gegen eine Wand zu schlagen, denn er war überzeugt, einen Albtraum zu erleben, dem er eigentlich gerade erst entkommen war. Die anderen Überlebenden ertränkten ihn im Matsch, um ihn zum Schweigen zu bringen. Ich habe den Eindruck, dass Überlebende wie Fackeln sind, die mit jeder Prüfung immer schwächer leuchten. Manche haben irgendwann gar keine Gefühle mehr und sind verdammt, in der Leere zu verbleiben. Manche drehen auch durch und müssen durch andere zum Schweigen gebracht werden.

ARCUS 1032[]

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Vermischte Erlebnisse von brutalen Killern und merkwürdige Rituale von gottlosen Schlägertypen aus Welten, die zu finster sind, als dass man sich damit befassen sollte. Ich riss mich geradewegs aus einer Erinnerung, die mich in eine Höhle voller Leichen und mit einem Gestank zerrte, der so widerwärtig war, dass ich stundenlang würgen musste. Ich habe noch immer diesen schrecklichen Geschmack im Mund und zucke beim Gedanken an diesen Gestank zusammen. Dieser schreckliche Gestank von verwesenden Menschen. Welche widerliche Menschenkreatur dieses faulende Loch geschaffen hat, bleibt mir ein Rätsel.

ARCUS 7456[]

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Die Notizen zu machen, kostet mich unglaubliche mentale Anstrengung. Erinnerungen von Überlebenden haben schon den ganzen Tag all meine Sinne überflutet, und ich versuche, mich auf Zuhause zu konzentrieren und mich zu sammeln. Das Auris habe ich jetzt schon eine ganze Weile nicht mehr benutzt, und doch wurde ich immer wieder mal willkürlich in diese Leben hineingezogen und wieder aus ihnen herausgerissen. Diese Aufzeichnungen ... Ich denke, dass dieses Archiv mir helfen wird, mich an mich selbst zu erinnern, sollte dieses Auris mich in den Abgrund stoßen.

Kurzfilme[]

Jane Romero: Die ganze Welt ist eine Bühne David King: Manchester-Mashup Herman Carter: Aufstieg Rin Yamaoka: In Blut eingeweicht

Belohnungen[]

Durch das Abschließen der entsprechenden Aufgaben der vier Stufen im Foliant erhält der Spieler folgende Glücksbringer:

Bild Name Beschreibung Stufe
TO 001.png Bronzene Primusmünze Ein Gegenstand, der von Terra Primus stammt und sich im Spalt manifestiert hat. Irgendetwas an der darauf abgebildeten Struktur wirkt machtvoll und beeindruckend. STUFE I
TO 002.png Silberne Primusmünze Ein Gegenstand, der von Terra Primus stammt und sich im Spalt manifestiert hat. Das dritte Auge scheint tiefgründiges Wissen zu vermitteln oder stellt vielleicht eine psychische Verbindung her. STUFE II
TO 003.png Goldene Primusmünze Ein Gegenstand, der von Terra Primus stammt und sich im Spalt manifestiert hat. Irgendetwas an dem goldenen Skarabäus darauf verleiht Zuversicht. STUFE III
TO 004.png Schillernde Primusmünze Ein Gegenstand, der von Terra Primus stammt und sich im Spalt manifestiert hat. Die Blüte erstrahlt in hellem Licht. STUFE IV
Folianten aus dem Archiv
Foliant I - Das Erwachen Foliant II - Abrechnung Foliant III - Eskalation Foliant IV - Verurteilung Foliant V - Entfesselt Foliant VI - Abweichung
Foliant VII - Verlassen Foliant VIII - Befreiung