Foliant III - Eskalation

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Foliant III - Eskalation is der Foliant zum dritten Spalt in Dead by Daylight welcher am 29. April 2020 veröffentlicht wurde.


Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Charaktere dieses Folianten sind Kate Denson, Dwight Fairfield, Anna aka Die Jägerin und Julie Kostenko, ein Mitglied der Legion.

Tagebucheinträge und Erinnerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kate Denson: Zurück zum Nullpunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ERINNERUNG 3221[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Den Nullpunkt erreichen. Deshalb kehrt sie wieder und wieder in den Wald zurück. Um sich von ihren Ängsten zu lösen. Um sich von ihren Problemen zu lösen. Um den Duft von frischen Kiefern einzuatmen und sich von ihrem Bewusstsein zu lösen. Um sich von allem zu lösen und ihrer Muse zu lauschen. Sie hat schon eine ganze Weile keinen Kontakt mehr zu sich selbst, hat sich bei dem Versuch verloren, allen anderen zu gefallen, aber nicht ihr selbst. Sie spielt Lieder, die nicht von ihr stammen, der breiten Masse aber definitiv gefallen. Musik, die in ihr nicht einmal widerhallt. Sie spielt Lieder für Geld – trotz dieser Warnung: Spiele ein Lied für Geld und du tötest deine Muse. Sie hat laut gelacht, als ihre Mutter ihr dies zum ersten Mal sagte. Es schien so lächerlich. Ihre Muse würde doch nicht einfach so davonspazieren. In ihrem Kopf hörte sie mehr Lieder, als sie in einem ganzen Leben spielen konnte. Aber jetzt ... Jetzt lacht sie nicht mehr. Noch nie hat sie sich in ihrem Leben so falsch und uninspiriert gefühlt. Und mehr als je zuvor möchte sie wieder die Verbindung zu ihrer Musik haben, ... zu ihrer Muse, ... zu sich selbst. Sie schließt ihre Augen und entfernt Lage für Lage, bis ihr Geist leer ist – und offen für das große Unbekannte.

ERINNERUNG 3222[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Kate spielt planlos auf ihrer Gitarre, und nichts kommt ihr in den Sinn. Lediglich eine dunkle, verstörende Melodie, die immer wieder zur ihr zurückkehrt, wenn sie den Nullpunkt erreicht. Eine Melodie die so anders ist als alles, das sie zuvor gespielt hat, dass sie keine Ahnung hat, woher die Inspiration dazu kommt. Noch nie hat sie ein Lied gespielt, dass so finster und doch so ... eingängig ist. Je mehr sie versucht, diese rätselhafte Melodie aus ihrem Kopf zu verbannen, desto stärker wird sie. Desto mehr verlangt sie danach, aufgeschrieben zu werden. Sie will, dass die Melodie aufhört, aber sie hört nichts anderes mehr. Über ihr. Unter ihr. Neben ihr. In ihr. Eine endlose Unheil verkündende Melodie. Eine Melodie, die einfach nicht sie ist. Oder ... vielleicht ist sie es ... Vielleicht hat die ganze Show-Routine sie verändert, verdorben ... oder sogar vernichtet. Und wenn nicht sie, ... dann das Beste in ihr, ... ihre Muse. Sie hört auf, die Gitarre zu spielen, schließt ihre Augen, verdrängt alles aus ihrem Kopf und fängt an, langsam und geduldig bis null zu zählen.

ERINNERUNG 3223[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Sie wartet auf eine Inspiration, die sich nie einstellt. Nichts, außer dieser einsamen, rätselhaften Melodie. Je mehr sie versucht, etwas anderes zu spielen, ... desto lauter hallt sie in ihrem Kopf. Für einen langen und sehr stillen Moment hört sie auf, zu spielen. Aber ... die Melodie hört nicht auf. Sie schließt ihre Augen und versucht, sie aus ihrem Kopf zu verdrängen, doch ... sie ist nicht in ihrem Kopf. Sie kommt aus der Höhle. Das kann nicht sein. Sie schüttelt den Kopf. Das Lied verstummt, als sie zum Nullpunkt zurückkehrt und ein letztes Mal versucht, eine Verbindung zu ihrer Muse herzustellen. Ihre wahre Muse, die all die bezahlten Gigs bedauert und sie mehr und mehr von dem vertrieben hat, was sie einst war ... Wer sie wirklich war. Sie schließt ihre Augen und zählt herunter. Fünf. Sie entspannt ihre Zehen. Vier. Sie entspannt ihre Beine. Drei. Sie entspannt ihren Oberkörper. Zwei. Ihre Hände. Eins. Ihre Lippen, ihre Nase, ihr Gesicht. Null. Sie lässt ihre Gedanken verstummen.

ERINNERUNG 3224[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Drei Stunden und noch immer diese Unheil verkündende Melodie. Mehr als alles andere wünscht sie sich, sie hätte sich etwas Zeit genommen, sich wieder aufzurappeln und dafür zu sorgen, dass sie ihre Lebensenergie für etwas verbraucht, das für sie früher echt und real war. Stattdessen hat sie ihre Lebensenergie an ... Auftritte und Routinesache und ihr Sparschwein vergeudet. Das hätte nicht passieren sollen. Nicht ihr. Eine ihrer Inspirationen war der großartige Woody Guthrie. Alles, was er geschrieben hat, war für ihn echt und real. Alles, was er getan hat, ging von ihm aus. Ging von einem realen und reinen Ort aus. An einem früheren Punkt in ihrem Leben war sie auch so gewesen. Aber jetzt ... Jetzt spielt sie mehr Schein als Sein, und allein diese Schuld hat ihre Muse vielleicht schon erdrückt. Ihre wahre Muse. Nicht diese pervertierte Version eines Dings, das sie die einsamste und finsterste Melodie spielen lässt, die sie je vernommen hat. Sie macht sich bereit, herunterzuzählen, doch sie sieht ... ein Symbol auf dem Boden vor ihr ... Es leuchtet und pulsiert mit der Melodie ... Es pulsiert wie eine Art Herzschlag eines ursprünglichen, uralten Wesens. Sie schließt ihre Augen und öffnet sie wieder. Das Symbol ist verschwunden.

ERINNERUNG 3225[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Kate schreit in dem einsamen und trostlosen Wald! Sie will, dass die Melodie aus ihrem Kopf verschwindet. Sie ist davon genervt. Frustriert. Fühlt sich davon blockiert. Selbst dann, wenn sie aufhört, auf ihrer Gitarre zu spielen, geht die Melodie weiter, als ob sie ein eigenständiges Leben führen würde. Sie kommt von überall und nirgendwo gleichzeitig. Einen Moment lang konzentriert sie sich und bemerkt, dass die Melodie aus der Höhle hallt. Sie ergibt sich ihrer finsteren Muse. Sie steht dort, starrt auf die Höhle und sieht ... ein pulsierendes Licht. Sie schließt ihre Augen und spürt, dass ihr Verstand ihr Streiche spielt. Doch sie weiß es besser. Sie weiß, dass sie schon immer Dinge gespürt und gefühlt hat, die anderen verborgen bleiben. Jemand hatte mal zu ihr gesagt, dass Künstler, Autoren und Musiker die Schamanen von heute seien ... Dass sie im Gegensatz zu anderen Menschen in der Lage sind, Zugang zu anderen Gedanken, Welten und Ideen aus außerweltlichen Reichen zu bekommen. Sie hatte diese Fähigkeit schon immer, ... aber nicht so, ... nicht so finster ... Es ist, als ob das Universum sie für die Vergeudung ihrer Gaben bestrafen wollte. Sie nähert sich der tiefen und geheimnisvollen Höhle und fragt sich, von wem oder was sie gerufen wird. Eine vage Erinnerung nagt an ihr, ... sagt ihr, dass sie das schon einmal getan hat. Sie hat das Gefühl, dass sie weiß, was sie vorfinden wird, es aber irgendwie vergessen hat ...

Anna: Ein herrlicher Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ERINNERUNG 2432[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Morgendämmerung ergießt sich über die Krater und Gräben und in den verwüsteten Wald. Explosionen zerreißen den Boden. Schlamm fliegt durch die Luft und überschüttet Anna. Männer stolpern kopfüber in offene Krater, die mit verwesenden Leichen gefüllt sind. Zerfleischte Menschen und Pferde sind ein Festmahl für Ratten. Andere Männer werden in tausend kleine Stück zerfetzt. Manche ertrinken in Schlamm und Blut. Die brutale Grausamkeit dieser menschlichen Tiere amüsiert Anna. Noch nie hat sie sich so gut unterhalten gefühlt. Sie sind schlimmer als ein Rudel hungriger Wölfe, das sich um einen Kadaver streitet. Manche sagen Worte, die sie versteht. Andere sprechen Worte aus, die in ihren Ohren fremd klingen. Plötzlich wird sie von einem schrecklichen Schrei erschreckt. Sie folgt der Quelle des Geräuschs in den zerstörten Wald. Dort findet sie ein kleines Zelt sowie russische Soldaten vor, die ausländische Gefangene bewachen. Den ganzen Abend lang beobachtet sie sie. Voller Schrecken muss sie mit ansehen, wie sie eines ihrer Pferde fürs Abendessen schlachten. So viel Fleisch, das durch unsachgemäße Schlachtung vergeudet wird. Nach dem Abendessen schnappen die Russen sich einen ihrer ausländischen Gefangenen und zerschmettern seinen Schädel mit einer Schaufel, um sich die Zeit zu vertreiben. Sie lachen und machen Scherze. Aus den Schatten heraus beobachtet sie das alles und lacht leise. Nicht mit ihnen, sondern über sie. Die Schaufel ist recht klobig, die Schläge eher ungeschickt, der Tod ... schmutzig. Diese Männer sind weder Fisch noch Fleisch. Ihre Mutter hat sie eines Besseren belehrt.

ERINNERUNG 2433[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Sie wollte gerade auf die Suche nach einem weiteren Rudel Menschen gehen, aber etwas fällt ihr ins Auge. Etwas, das sie an ihren Vater erinnert. Etwas, das perfekt für ihre kleine Bushka ist. Ein Geschenk. Anna versteckt sich im Schatten und lässt ihren Blick nicht von dem Geschenk ab. Der russische Soldat schnitzt das Geschenk, während er die ausländischen Gefangenen in dem zerfetzten Zelt bewacht und beschimpft. Die töten und quälen sich gegenseitig, weil sie nicht miteinander reden können. Sie erinnert sich an ein Buch, das ihre Mutter einst besaß. Darin zeigte sie immer auf die Bilder und nannte sie Soldaten. Es waren diejenigen, die ihren Vater abgeschlachtet hatten. Soldaten reißen sich gegenseitig in Stücke. Und das aus Gründen, die ihre Mutter nie erklären konnte. Sie beobachtet sie und versteht es nicht. Sie ist sich auch nicht sicher, ob sie es selbst verstehen. Vielleicht mögen sie die Jagd, den Geruch der Angst, den Blutrausch. Sie starrt das perfekte Geschenk an und will ihnen einen kleinen Krieg liefern, den sie nie vergessen werden. Aber es sind zu viele, und plötzlich erscheint ihre Mutter vor ihr. Ein Lächeln ziert ihr Gesicht, und sie erklärt ihrer kleinen Anna, dass sie die Reihen ausdünnen muss. Das kann ich. Ich werde es dir zeigen. Und ihnen werde ich zeigen, ... wo die Flusskrebse schlafen.

ERINNERUNG 2434[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der russische Soldat stellt mit seinem Gefangenen etwas Absonderliches an. Er bindet ihn mit den Füßen nach oben an einen knorrigen Ast und entfacht nur wenige Zentimeter unter ihm ein Feuer. Sie zieht eine Augenbraue hoch. Verwirrt. Man tötet das Wild, bevor man es brät. Aber diese Soldaten genießen seinen Todeskampf. Sie erkennt den schreienden und kreischenden Ausländer. Erst vor wenigen Monden hat er in einem anderen Zelt Russen gequält. Erst vor wenigen Monden war er der Peiniger. Der Russe hält das perfekte Geschenk in den Händen, während der Gefangene kreischt und quiekt wie ein Schwein. Sie grinst. Der Schrei ist irgendwie lustig. Ja, das ist er. Er ist amüsant. Der Russe macht Scherze und imitiert das Quieken. Sie kämpft dagegen an, in Gelächter auszubrechen. Das ist das lustigste Geräusch, das sie je gehört hat. Plötzlich wird sie vom Geräusch eines nahenden Soldaten erschreckt. Sie wirbelt herum und sieht ein Bajonett auf sie zukommen. Sie weicht aus, schnappt sich den armselig dürren Mann am Genick, zieht ihre schwieligen Finger um den hervorstehenden Adamsapfel zusammen und reißt mit vernichtender Gewalt daran. Mit einem Röcheln sackt der Mann zusammen und bleibt mit zerfetzter Kehle tot auf dem Boden liegen. Sie richtet ihre Aufmerksamkeit wieder auf die lachenden Russen und das quiekende menschliche Schwein. Sie lächelt. Wenn sie mit ihnen fertig ist, werden sie alle ähnliche Geräusche von sich geben.

ERINNERUNG 2435[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Vier russische Soldaten schleichen um das Zelt herum und suchen ihren vermissten Kameraden. Still und heimlich macht Anna einen der Soldaten ausfindig und nähert sich ihm Schritt für Schritt. Armer erbsengrüner Dickkopf. Er hat keine Ahnung, dass dies seine letzten Atemzüge sein werden. Sie beobachtet ihn einen Moment lang und tritt dann absichtlich auf einen Zweig. Das Knacken lässt ihn herumwirbeln, doch bevor sich ihre Blicke treffen, zerteilt Annas Axt seine Nase zwischen den Augen. Zähne werden zermalmt und seine Zunge abgetrennt. Sie bedeckt seinen blutigen Mund mit ihrer Hand, während sie seine Taschen nach dem perfekten Geschenk durchsucht. Nichts. Sie hebt ihre Hand, damit die röchelnden und gurgelnden Geräusche die anderen drei Soldaten anlocken. Vorsichtig nähern sie sich mit erhobenen Bajonetten. Vor lauter Zorn und im vollen Blutrausch knirscht sie mit den Zähnen. Sie lässt den abgetrennten Schädel ihres Kameraden in ihre Mitte rollen. Ein kleiner Schockmoment ist alles, was sie braucht, um hervorzupreschen und mit einem einzigen Axthieb zwei Soldaten auf einmal niederzustrecken. Der andere Soldat stürmt mit einem Schrei vor, und mit einem kräftigen Schwinger trennt sie seinen Kopf sauber von seinem Körper. Ein Geysir aus Blut entspringt seinem kopflosen Torso, der dümmlich vor und zurück taumelt, als ob er seinen verlorenen Kopf sucht. Ein letztes Mal stolpert der Körper vorwärts, dann rückwärts. Dann bricht er zusammen. Die Geräusche eines weiteren Angriffs erreichen sie noch vor der Klinge. Sie holt nach links und rechts aus, und der Körper fällt in mehreren Stücken zu Boden. Der Soldat starrt voller Grauen auf die Körperteile, die um ihn herum liegen. Sie lacht und denkt an eine Geschichte, die ihre Mutter ihr mal erzählte. Tja, tut mir leid, Yajco. Das lässt sich nicht wieder flicken.

ERINNERUNG 2436[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Anna findet diese Soldaten seltsam. Wo Russen und Ausländer sich einst gegenseitig gebraten haben, ... arbeiten sie nun zusammen, um ihre Angriffe zu überleben. Sie bezeichnen sie als Ghul, als Waldmonster. Sie sagen, sie sei ein Bodark. Gemeinsam heben die Soldaten Gruben aus und sabotieren ihr Lager. Anna spielt mit ihnen. Sie ist in der Unterzahl, das ist ihr bewusst. Sie schwächt ihre Sinne, indem sie sie vom Schlafen abhält. Nacht für Nacht nähert sie sich ihrem Lager. Singt ein Schlaflied und heult dann wie ein Bodark. Die Soldaten wachen erschreckt auf und versinken in Angst und Schrecken, während sie zu ihrer Hütte zurückkehrt, um bei ihrer Kleinen zu schlafen. Sie ruht sich ein paar Stunden aus und kehrt dann zu ihrem kleinen Krieg zurück, um einen weiteren Schreckenszyklus einzuleiten. Ein oder zwei schlaflose Nächte, und sie werden sich gegenseitig in Stücke reißen. Dann wird sie lediglich noch hingehen und sich nehmen müssen, was ihrer kleinen Bushka gehört.

Dwight Fairfield: Eine Geschichte von irgendwem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ERINNERUNG 2112[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Lazar geht auf Dwight zu und haut auf den Schreibtisch. Max hat nicht funktioniert. Er war ein schwacher Mann, den ich einfach nur vernichten wollte! Angst, Unbehagen, Verwirrung – das alles spürt Dwight. Wie kann dieser Typ der CEO sein? Und mehr noch: Er wollte den Mitarbeiter vernichten, den er ersetzt, weil er ... ein ... schwacher Mann war. Dwight weiß nicht einmal, was das bedeutet. Schwacher Mann? Wer spricht heutzutage und in diesem Alter noch so? Er schluckt den wachsenden Klumpen im Hals herunter. Lazar schlägt noch einmal auf den Tisch. Du musst mutiger sein als er, Dwitch. Du musst da draußen vollmundig verkünden, dass wir das beste Unternehmen der Branche sind. Hat er mich gerade Dwitch genannt? Dwitch? Er hat mich gerade Dwitch genannt. Dwight ist sich noch immer nicht ganz sicher, was er bei Peak 22 machen soll. Er ist ein Story-Hook-Supervisor. Er hat keine Ahnung, was das ist. Klingt zusammengewürfelt und ausgedacht. Klingt nach Schwachsinn. Er hat den Job nur angenommen, weil er das Geld braucht und sich nicht mehr für Kindergeburtstage verkleiden will. Kinder können so grausam sein. Er soll Fake-Profile erstellen und positive Rezensionen über Lazar und sein Unternehmen schreiben. Lazar verpasst seinem Schreibtisch noch einen Schlag! Sei ein Löwe, Dwitch! Spring das Internet an! Anspringen! Was für ein Wort! Peak 22! Wir designen Story-Hooks für Werbeanzeigen, die die Menschheit übersteigen. Dwight hat keine Ahnung, was das bedeuten soll. Lazar legt einen Test auf den Schreibtisch und geht. Dwight blickt den Test unsicher an. Rose, die Managerin, die ihn eingestellt hat, kommt zu ihm und erklärt, dass es sich um einen Intelligenztest handelt. Lazar will sicherstellen, dass er der Klügste im Unternehmen ist. Bester Ratschlag: durchfallen. Dwight lächelt. Alles klar.

ERINNERUNG 2113[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Unser Ding ist die Story-Hook-Werbung. Dwight zuckt jedes Mal zusammen, wenn er „Story-Hook“ hört. Lazar will nur um des Andersseins Willen anders sein. Die meisten Werbefilme nutzen Storys, um eine Message in Emotionen zu packen. Nur weil du das Story-Hook nennst, ist es nicht neu, ist es nicht anders. „Story-Hook“ ist ein Begriff, der von Hochschullehrern im Fach Englisch genutzt wird. Rose lacht. Ja, aber Lazar ist ein Idiot und will das Gefühl haben, seine eigene Theorie für sein bald veröffentlichtes Buch aufgestellt zu haben. Dwights Augen weiten sich. Buch? Welches Buch? Rose lacht erneut und erklärt es. Es ist eine Autobiografie. Ein garantierter Bestseller, der Lazars neue Theorie über Kreativität hervorhebt. Aber Lazar hat noch gar nichts gemacht. Alles nur Schall und Rauch. Rose lacht und korrigiert ihn. Eine Sache hat er wirklich gut gemacht ... Er hat Millionen verbrannt. Rose wechselt das Thema und sagt Dwight, dass er sich mit Lazars Ghostwriter zu einem Interview treffen soll. Er soll sicherstellen, dass der für die Autobiografie unseres nackten Kaisers nur Lob hervorbringt.

ERINNERUNG 2114[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Dwight geht zu Rose. Sie ist nicht so fröhlich wie sonst. Getrocknete Tränen sind auf ihren Wangen zu sehen und ihre Augenlider sind geschwollen. Sie erzählt ihm, dass Lazar sie auf einem Meeting lächerlich gemacht hat, als sie sich weigerte bei seinen Scherzen über den Sprachfehler des Sound-Designers mitzumachen. Er hat sie gedemütigt, weil sie die Stotterei nicht ins Lächerliche ziehen wollte. Rose seufzt und rät Dwight dazu, alle Meetings mit dem nackten Kaiser aufzuzeichnen. Nicht nur aus rechtlichen Gründen, sondern wegen des jährlichen Grillens. Dwight hebt neugierig eine Augenbraue. Jährliches Grillen? Was für ein jährliches Grillen? Sie berichtet ihm von Ex-Mitarbeitern, die sich einmal im Jahr treffen, um über Lazars Dummheiten zu lachen. Dwight legt seinen Kopf zur Seite. Er ist sichtlich verwirrt. In seinem Kopf hat Peak 22 gerade erst die Pforten geöffnet. Wie lange gibt es Peak 22 denn schon? Rose zählt es an den Fingern ab. Fünf Jahre. Dwight kann seinen Ohren nicht trauen. Fünf Jahre, und Peak 22 hat noch gar nichts erreicht? Rose schmunzelt. Korrektur. Fünf Jahre, und fast haben wir Lazars Biografie sowie seine Theorie über Kreativität.

ERINNERUNG 2115[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Dwight überhäuft Lazar mithilfe der Fake-Profile mit Online-Lob. Das ist der bequemste Job, den er je hatte. Als er sich dranmacht, ein weiteres gefälschtes Profil anzulegen, hört er aus Lazars Büro plötzlich Schreie. Er erstarrt, als Lazar den Anwalt von Peak 22 verbal angreift. Der Anwahl sagt ihm, dass man den Begriff „Story-Hook“ nicht schützen lassen kann. Das ist ein aus zahlreichen Highschool-Büchern bekanntes Konzept. Lazar feuert den Anwalt auf der Stelle. Der Anwalt verspricht ihm, dass er ihn verklagen wird. Lazar ist das egal. Er wird das klären. Er klärt immer alles. Es ist nicht sein Geld, und Dwight hat gehört, dass seine Geldgeber ihm aus der Hand fressen. Er hat bereits Dutzende ungerechtfertigte Entlassungen geklärt. Rose versucht, Lazar zu beruhigen, aber er schreit sie an, dass sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern solle. Dwight will ihr helfen, ... aber ... noch nie zuvor hat er so viel Geld mit so wenig Arbeit verdient. Es gefällt ihm, mit Nichtstun Geld zu verdienen. Aber ... seine Hände sind unruhig und seine Handflächen werden feucht. Es ist schwer mit anzuhören, wie Lazar Rose beschimpft. Er stellt sich alle möglichen Szenarien vor, in denen er von seinem Schreibtisch aufspringt, um ihr zu helfen. Nervosität füllt seine Blase und er springt von seinem Stuhl auf, um zur Toilette zu eilen.

ERINNERUNG 2116[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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„The Brilliant Mind Inc.“ Lazar verkündet der versammelten Belegschaft den Titel seiner Autobiografie. Es kommt allen wie ein Scherz vor. Ein schlechter Scherz. Aber das ist es nicht, und das Studio gibt sich Mühe, seinen nackten Kaiser nicht auszulachen. In den fünf Jahren, seit er einen Haufen Millionäre von seiner Story-Hook-Revolution überzeugen konnte, hat Lazar nichts getan. Er hat nicht einmal eine einzige erfolgreiche Werbekampagne durchgezogen. Anfangs hatten sie ein paar Kunden, aber Lazar wollte die Werbefilme selbst schreiben und selbst Regie führen – und verbockte alles. Dwight unterdrückt ein Lachen. Rose klatscht, als Lazar seine Präsentation abschließt. Fantastisch! Ein Paradigmenwandel! Wie großzügig von Ihnen, die Geheimnisse Ihres Erfolgs mit der Welt zu teilen. Alle bemerken ihren Sarkasmus, nur Lazar nicht. So ist das mit Narzissten. Sie glauben ihrer eigenen Pressemitteilung. Lazar richtet seine Aufmerksamkeit auf Dwight. Dwitch ... Was meinen Sie? Dwight spürt, wie plötzlich das Blut aus seinem Gesicht weicht. Er macht es Rose nach. Fantastisch! Ein Paradigmenwandel! Wie großzügig von Ihnen, die Geheimnisse Ihres Erfolgs mit der Welt zu teilen. Lazar lächelt. Es geht nicht ums Ego, Dwitch. Alles dreht sich um Gesellschaft und Selbstlosigkeit.

ERINNERUNG 2117[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Lazar schreit Rose an, weil sie keinen Verlag für „The Brilliant Mind Inc.“ finden kann. Peak 22 hat nichts getan, und das Erstellen von Kampagnen mit einem Story-Hook ist nicht wirklich ein Paradigmenwandel. Die Verlage halten ihn für einen Idioten. Warum sagt er „Story-Hook“, wenn er „Story“ meint? Werbefilme mit einem Story-Hook. Rose redet beruhigend auf Lazar ein. Sie schlägt vor, dass sie das Buch im Selbstverlag herausbringen. Der Gedanke bringt Lazar zum Schweigen. Sie haben recht! Sie haben völlig recht! Die Verlagswelt ist noch nicht bereit für meine visionären Ideen. Dwight seufzt, und es fällt ihm zunehmend schwerer, diesem Schwachsinn zuzuhören. Peak 22 wird es zu gar nichts schnell bringen. Das Unternehmen hat wegen der vielen Gerüchte über die Ausnutzung von Mitarbeitern schon Probleme, Kunden zu finden und anzuwerben. Lazar verkündet, dass er eine Lösung dafür hat. Er wird eine Story-Hook-Werbekampagne schreiben, um die besten Mitarbeiter anzulocken. Hunderte werden sich bewerben. Tausende. Dwight versteht das nicht. Wozu? Dwight ist sich immer noch im Unklaren, ob Peak 22 irgendwas anderes macht, als einem Narzissten zu ermöglichen, mit Leuten all das zu tun, was er gerne möchte.

ERINNERUNG 2118[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Lazar verbreitet Gerüchte über Rose. Dwight will sie trösten, aber sie lässt sich nicht trösten. Sie sagt, das ist ein Muster. Sein Muster. Er diskreditiert, zerstört und vernichtet einen Mitarbeiter bevor er ihn feuert. Er verbreitet das Gerücht, das er später als Grund für die Kündigung nutzt. Dwight sagt, sie übertreibt. Rose schüttelt den Kopf. Lazar steckt in der Klemme. Er hat für eine einminütige Werbekampagne für Peak 22 mehr Geld ausgegeben, als man für einen Hollywood-Blockbuster braucht. Und seine Investoren wollen Antworten. Er braucht einen Sündenbock. Jemand, dem er die Schuld für das Fehlmanagement bei den Unternehmensgeldern in die Schuhe schieben kann. Dwight versteht das nicht. Sie erklärt, dass Lazar bereits eine Blutspur in seinem Kielwasser hinterlässt. Die letzten drei Frauen in ihrer Position wurden alle für Lazars Exzesse und Dummheiten befördert und gefeuert. Lazar steht ein Meeting mit seinen Investoren bevor. Sie wird dieses Jahr der Sündenbock sein. Dwight schaut sie skeptisch an. Sie schüttelt den Kopf. Du wirst schon sehen. Er gibt das Geld aus. Eine Frau muss stürzen. Das ist Lazars Bild von Gleichberechtigung.

ERINNERUNG 2119[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Dwight starrt ungläubig, als Lazar Rose bittet, die Vorteile von Story-Hook-Werbung in einem Meeting zu präsentieren. Er unterbricht sie vor allen Teilnehmern bei fast jedem Satz und bricht das Meeting dann ab. Er tut so, als ob er Roses Blatt zum ersten Mal sieht. Er verkündet, dass Rose keine Ahnung hat, was ein Story-Hook ist. Alle verlassen die Kantine mit Schuldgefühlen ihr gegenüber, murmeln vor sich hin, dass niemand weiß, was er mit „Story-Hook“ meint, und wie dumm er ist, dass er einen erfundenen Begriff verwendet, der einfach nur „Story“ bedeutet. Dwight versteht das nicht, denn sie hat jede Karte in ihrem Blatt mit Lazar abgesprochen. Er hat gehört, wie sie sich einig waren. Bevor Dwight mit ihr sprechen kann, ist sie gefeuert und wird aus Peak 22 begleitet. Dwight beobachtet seine Freundin, eine alleinerziehende Mutter, beim Hinausgehen. Der diesjährige Sündenbock für Lazars Exzesse. Er schöpft die Investitionen ab, und seine Freundin kriegt den Tritt in den Hintern. Das ganze Meeting hat nur dazu gedient, sie vor aller Augen zu diskreditieren. Lazar kommt auf Dwight zu. Tut mir leid, Dwitch. Ich weiß, dass Rose deine Managerin war, aber ich musste sie gehen lassen. Unsere Unternehmenswerte waren ihr bekannt. Dwight starrt Lazar in einer Mischung aus Schock und Schrecken an. Welche Werte? Er will Lazar einfach nur anschreien. Will seine Ohren greifen und sie von seinem narzisstischen Kopf abreißen. Stattdessen nickt er nur und betet leise um Gerechtigkeit in dieser Welt.

ERINNERUNG 2120[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Dwight hört den Geschichten über Lazar ungläubig zu. Schreckensgeschichten aus dem wahren Leben. Geschichten, die sich im Hier und Jetzt jeglicher Vernunft entziehen. Es ist ein jährliches Ritual für alle, die das Pech hatten, mit Lazar zusammenzuarbeiten. Sie haben sich alle versammelt, um sich das geleakte Werbevideo von Peak 22 anzusehen. Dutzende Leute, jeder von ihnen trägt ein „Peak 22“-T-Shirt auf das jeweils mit einem Marker ein lächerliches Zitat von Lazar geschrieben wurde. Darunter eine Texterin, die mit Lazar in einem Produktionsunternehmen zusammengearbeitet hat, mit dem er eine fürchterliche Web-Serie produzieren wollte, die er selbst geschrieben hatte. Darin geht es um einen Alien-Computer, der die Welt übernimmt und ihre Bewohner mit einer Matrix steuert, die die Wirklichkeit simuliert. Niemand hatte ihm gesagt, dass er gerade die Voraussetzung für einen großen Blockbuster gelegt hatte. Sie imitiert Lazar, wie er seine Web-Serie verkauft. Sie ist anders. Sie ist einzigartig. Kein Horror. Kein Science Fiction, ... sondern Terror, ... purer Terror ... Es ist ... ein neues Genre ... Simulierter Terror. Richtlinien für Autoren in seinem neuen Genre. Alle brechen in Gelächter aus. Dwight lacht so heftig, dass es schon wehtut. Wer sagt schon „Story-Hook“, wenn er „Story“ meint? Oder „simulierter Terror“, wenn er „Science Fiction“ meint? Den ganzen Abend lang gehen die Geschichten vom nackten Kaiser so weiter, und Dwight ist überzeugt, dass es keine Gerechtigkeit gibt. Der Ex-Story-Hook-Supervisor von Peak 22 spricht darüber, wie Lazar ihn einen „schwachen Mann“ genannt hat, weil er kein Cyber-Mobbing an einem Blogger betreiben wollte, der den Begriff „Story-Hook“ verwendet hat. Er erzählt ihnen von einer harmlosen Droge, die Leute über jede Kleinigkeit völlig albern lachen lässt. Er sagt, wenn er immer noch bei Peak 22 wäre, würde er Lazar seine eigene Medizin kosten lassen. Die anderen stimmen ihm zu. Das wäre urkomisch. Dwight gefällt die Idee. Sie gefällt ihm sehr. Vielleicht kennt die Gerechtigkeit ja geheimnisvolle Wege. Er geht auf Max zu. Erzähl mir mehr von dieser harmlosen Droge.

ERINNERUNG 2121[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Max gibt Dwight eine Mixtur seiner Lachdroge. Sie wird ihn so sehr kichern und lachen lassen, dass er sich in die Hose macht. Kipp sie direkt vor seinem Meeting in seinen Kaffee, und du hast für das nächste Grillen einen „Story-Hook“ wie kein anderer. Dwight lächelt. Er spürt sein Herz klopfen. Rose wird Gerechtigkeit widerfahren. Allen wird sie wiederfahren. Dwight wird diesem Mistkerl beibringen, dass der kleine Mann manchmal zurückschlägt. Voller Vorfreude bittet er eine seiner Kolleginnen, Lazar abzulenken, damit er seinen Kaffee versüßen kann. Eine andere Kollegin hört sich den Plan an und schüttelt skeptisch den Kopf. Sie ist sich nicht sicher. Ihr gefällt das nicht, und sie warnt Dwight, sich das gut zu überlegen. Ich habe zwei Kinder, sagt sie, und das Letzte, was ich gebrauchen kann, ist, dass die Investoren unseren Laden dichtmachen, weil er halluziniert oder jemandem Verletzungen zufügt. Dwight lacht. Keine Sorge. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass er sich wie ein Esel verhält. Dwight hebt stolz sein Kinn und versichert ihr, dass niemand verletzt werden wird. Er legt ihr die Hand auf die Schulter und fühlt sich wie der Anführer, der schon immer in ihm steckt. Es wird nichts Schlimmes passieren, sonst will ich nicht Dwight heißen.

Julie Kostenko: Soldaten des Chaos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ERINNERUNG 471[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Julie hört aus dem Geplapper in dem Lokal eine Stimme heraus. Und, bist du eine Künstlerin oder so? Sie dreht sich um und sieht Frank. Künstlerin? Wohl kaum. Ich kritzele so vor mich hin, um der Geistlosigkeit von Ormond zu entkommen. Er blickt ihre Zeichnung an. Er scheint sich wiederzuerkennen, wie er für eine heiße Schokolade ansteht. Bin ich das? Plötzlich spürt sie Wärme an ihrem Hals aufsteigen. Bevor er es ihr sagt, weiß sie bereits, dass er nicht aus Ormond ist. Er sieht anders aus. Lustig. Frei. Rebellisch. Er setzt sich neben sie und bietet ihr lachend an, für sie Modell zu stehen. Einen endlos langen Moment sehen sie sich an. Sie beschließt, diesen bezaubernden Fremden zu der Party einzuladen, die sie zu Hause für einen Freund schmeißen will, der gerade gefeuert wurde. Joey scheint nicht in der Lage zu sein, bei einem Job zu bleiben. Lachend merkt er an, Joey klinge ... normal. Hast du eine Ahnung, wie viel Programmierarbeit nötig ist, einen Menschen dazu zu bringen, einen gewöhnlichen Acht-Stunden-Tag zu akzeptieren? Dann schimpft er weiter darüber, dass Schule nichts anderes als eine Gehirnwäsche sei. Wenn es echte Bildung wäre ... Wenn es wahre Bildung wäre, wären die Hauptfächer Philosophie und kritisches Denken. Julie lacht und ist sicher, dass ihre Freunde diesen Querdenker lieben werden. Sie liebt ihn jedenfalls schon jetzt.

ERINNERUNG 472[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Seit sie ihn das erste Mal sah, kann sie nicht mehr aufhören, an ihn zu denken. Und jetzt hofft sie, dass er zu ihrer Party kommt. Seine Schimpftiraden sind bei ihr hängen geblieben, und sie hat ein paar Stunden damit verbracht, herauszufinden, wie die Bildung verändert wurde, um den Anforderungen der industriellen Revolution gerecht zu werden. Förderbandausbildung für Jobs in der Fertigungsstraße. Seit hundert Jahren hat sich nichts daran geändert. Nur die Produkte. Frank erscheint mit Drogen und Drinks. Partyhelfer. Julie stellt ihn ihren besten Freunden Joey und Susie vor. Sie reden den ganzen Abend über ihr Lieblingsessen, über Slasher-Filme und Killer. Julie beeindruckt Frank mit ihrem fundierten Wissen über Serienmörder und führt ihn in ihr Schlafzimmer, um ihm ihre Sammelalben voller Bilder und Zeitungsausschnitte von berühmten Mördern zu zeigen. Alle anderen gehen wieder oder werden bewusstlos, während Julie und Frank über Mord und Chaos sprechen und versuchen, sich gegenseitig mit Details und Wissen zu übertrumpfen. Julie gewinnt mit einer Geschichte der verlassenen Blockhütte, in der die Soldaten des Chaos sich treffen und Pläne schmieden, wie sie die arglosen Schafe von Ormond verstümmeln können. Frank lacht und bezeichnet die Geschichte als Bullshit. Die Soldaten des Chaos gibt es nicht. Er hat genug über Ormond gelesen, um zu wissen, dass nichts dergleichen in der Blockhütte von Ormond geschehen ist. Nichts außer schlechter Geschäfte und Bankrott. Julie lacht. Frank, die Geschichte findet in der Zukunft statt. Sie schnappt sich einen schwarzen Filzschreiber und kritzelt „Soldaten des Chaos“ auf sein weißes Shirt. Er grinst. Die Idee gefällt mir, aber der Name nicht. Julie zuckt mit den Schultern. Es ist ein Arbeitstitel.

ERINNERUNG 473[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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In Franks Nähe fühlt Julie sich lebendig. Mehr als lebendig. Vollständig. Anfangs dachte sie, er sei ein rebellierender Querdenker, doch schnell wurde ihr klar, dass er einfach nur gerne diskutierte und aus Vergnügen die richtigen Knöpfe drückte. Er hat ebenso viel Spaß daran wie sie, Glauben zu zerstören und zu beobachten, wie die Leute ins Wanken geraten. Nein, nicht nur Leute. Er nennt sie hässlich Leute. Den Namen hat er jenen Menschen gegeben, die unbedingt recht haben müssen ... die immer recht haben müssen. Die kann man am leichtesten aus der Fassung bringen. Ormond ist voll von ihnen. Hässliche Leute. Selbsternannte Prepper und Politiker, die im Gesicht blau anlaufen, wenn man ihren Glauben infrage stellt. Julie reicht Frank eine Skimaske. Er wirft ihr einen neugierigen Blick zu. Heute Nacht werden wir alle ein Spiel spielen. Wer die meisten Fahrzeugembleme klaut, gewinnt. Frank grinst. Gewinnt was? Sie geht auf Frank zu und flüstert, „Was auch immer der Gewinner will“. Zügig setzt Frank seine Skimaske auf und läuft auf der Suche nach Autos durch die schneebedeckten Straßen von Ormond.

ERINNERUNG 474[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Mehr als Liebe. Mehr als Leidenschaft. Julie fühlt, dass Frank ihr geistiger Zwilling ist. Sie hat die ganze Nacht damit verbracht, ihm ihre finstersten Wünsche anzuvertrauen. Wie oft hat sie sich schon gefragt, wie es wäre, die ganze Stadt in Brand zu stecken. Frank beugt sich nach vorne und sagt ihr, dass sie alles tun kann, was sie will. Sie muss nur wissen, was sie will, und im Geiste ein Bild von sich selbst schaffen, wie sie genau das tut. Dann befürwortet er eine vom Gras angehauchte Theorie über die Manipulation der Welt durch Gedanken und Gefühle. Je mehr du dir im Klaren darüber bist, was du willst, und je konzentrierter du dir das Bild von dir machst, desto schneller wirst du die Welt zu deinen Gunsten verändern. Alle starren Frank einen dramatisch langen Moment an. Dann brechen sie alle gleichzeitig in Gelächter aus. Dann sollten wir uns im Geiste ein Bild von Eimern voller Geld machen. Frank schüttelt den Kopf. Geld ist an sich schon tot. Geld inspiriert die Welt nicht. Echte Leidenschaft und Gefühle hingegen schon. Macht euch ein Bild von euch selbst, wie ihr bis an euer Lebensende genau das mit Leidenschaft macht, was ihr machen wollt. Werdet euch klar darüber, konzentriert euch und zögert nicht. Beobachtet dann, wie die Welt dann zu euren Gunsten funktioniert. Wieder Stille. Julie grinst. Frank nickt voller Ernst. Sie schließt ihre Augen und macht sich ein Bild von sich selbst und ihren Freunden, wie sie Ormond zu ihrem persönlichen Laufstall machen. Sie öffnet ihre Augen.

ERINNERUNG 475[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Julie und Frank warten bei der alten verlassenen Blockhütte auf Joey und Susie. Es musste natürlich die Hütte sein, der einzig spannende Ort in Ormond. Julie sieht sich um. Ein bisschen liebevolle Pflege wäre nötig. Joey und Susie sind wie immer unterwegs und spielen mit den Schafen von Ormond. Schon bald tauchen sie mit einem Haufen Stoppschilder auf und lachen über die Unfälle, die sie verursacht haben. Keine Toten, aber ein paar Schwerverletzte. Sechs, um genau zu sein. Sie haben ein paar Fotos geschossen, um den Moment festzuhalten. Joey erzählt ihnen dann, dass er einen neuen Job im örtlichen Baumarkt hat. Sie schließen Wetten darauf ab, wie lange er diesen Job behält. Julie denkt über den Laden nach und hat eine Idee. Sie will die Wände dort mit den Emblemen dekorieren, die sie von den Autos in Ormond geklaut hat. Die Idee gefällt allen. Joey ergänzt, dass er auch die Stoppschilder an der Wand aufhängen möchte. Inspiriert von den kleinen Verkehrsunfällen, die Joey und Susie bewerkstelligt haben, schlägt Julie einen anderen Namen für ihre kleine Bande vor. Die Marodeure des Chaos. Frank schüttelt den Kopf und zieht die Augenbrauen hoch. Das spricht sich nicht gut. Joey ist anderer Meinung. Ich liebe den Namen. Alle Augen richten sich auf Susie. Sie zuckt mit den Schultern. Ich bin bei Frank ... Der Name ist sperrig.

ERINNERUNG 476[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Julie und Susie betreten den Baumarkt. Joey will, dass sie sich beeilen. Der Besitzer wird in zehn Minuten zurück sein. Frank sagt, dass er keine Panik haben soll. Sie schnappen sich die Vorräte für die Hütte. Farbe. Pinsel. Masken. Eine Schneekugel nimmt Franks Blick gefangen. Joey sagt ihm, dass er die Finger davonlassen soll. Sagt, dass es ein Sammlerstück von seinem Boss ist. Die erste Schneekugel für Touristen, als Ormond zu einem beliebten Ausflugsort für Snowboarder und Skifahrer wurde. Frank spöttelt und nimmt sich die Kugel trotzdem. Julie blickt zu Joey hinüber und zuckt mit den Schultern. Egal. Die Schneekugel bringt sie auf eine Idee. Sie schnappt sich ein paar typische Ormond-Schneekugeln für ein persönliches Projekt.

ERINNERUNG 477[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Hütte ist fast fertig. Ein paar letzte Handgriffe sind nötig, und Frank und Susie brechen in ein paar Häuser ein, um einige Sachen zu besorgen. Toaster. Pfannen. Besteck. Fernseher. Computer. Laken. Alles, was ihr Refugium ein bisschen gemütlicher macht. Julie bleibt zurück und bastelt ein paar Ormond-Schneekugeln um, sodass sie Szenen des Chaos zeigen. Frank geht zu ihr hin. Darf ich eine davon haben? Sie gibt ihm eine Kugel mit vier Strichmännchen darin, die einen Schneemann in Brand setzen. Er meint, das müsste eigentlich ein echter Mensch sein. Julie ist beleidigt. Er hat das Detail nicht gesehen. Ist es doch. Frank mustert die Kugel und entdeckt ein Strichmännchen im künstlichen Schnee. Nett.

ERINNERUNG 478[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Julie stellt sich etwas Verrücktes vor. Vor ihrem Geistigen Auge malt sie sich aus, wie sie zusammen mit ihren Freunden jemanden ermordet. Sie hat kein weiteres Bild und keine Zweifel. Das ist mehr als nur das Bild eines ersten Mordes ... Das ist das Bild von ihr in einem Zeitungsausschnitt. Sie macht Ormond mit einer Mordserie wieder spannend. Das Klingeln ihres Telefons erschreckt sie. Sie geht ran. Sie hört Franks Stimme, und er sagt ihr, dass sie sich am Ormond Majestic Theatre treffen. Warum? Was wird dort aufgeführt? Er antwortet nicht. Sie steigt in ihre gebraucht gekaufte Limousine und fährt durch den Schneesturm zum Theater. Er öffnet ihr die Tür. Hilft ihr aus dem Wagen. Joey und Susie stehen vor dem Theater und halten leere Benzinkanister in den Händen. Frank überreicht ihr ein Streichholz. Bitte ... Sprich das Gebet. Sie zündet das Streichholz an, beobachtet, wie die Flamme größer wird und dann im kalten Wind wieder dahinschwindet. Bevor es ausgeht, schnippt sie das brennende Streichholz in Richtung Theater. Einen Moment später bricht in dem blendenden Schnee ein gewaltiges Feuer aus. Sie starrt Frank an. Sie starrt das Feuer an. Sie starrt Joey und Susie an. Und plötzlich hat sie den irren Gedanken, dass Frank recht hat. Irgendwie entwickelt sich die Welt zu ihren Gunsten.

ERINNERUNG 479[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Joey läuft in der Hütte auf und ab und schlägt Namen für die Gruppe vor. Susie meint, sie brauchen eine Art Kostüme. Wie Superhelden sie haben. Julie lacht. Wollen wir berühmt werden? Frank zuckt mit den Schultern. Warum nicht? Julie zuckt mit den Schultern. Mit armseligem Diebstahl und ein wenig Brandstiftung allein ist noch niemand berühmt geworden. Vielleicht sollten wir etwas Richtiges machen. Frank beugt sich nach vorne. Was meinst du damit? Etwas Richtiges? Julie wird einen Moment lang ganz still. Sie ist nicht sicher, was sie denkt oder ob sie überhaupt denkt, aber ... sie möchte den Nervenkitzel spüren, von dem sie in Büchern gelesen hat. Sie möchte mehr als nur gewöhnlich sein. Mehr als normal. Überlebensgroß. Frank lächelt sie an und fragt, ob sie sich vorstellen kann, jemanden umzubringen. Sie denkt einen Augenblick nach. Das könnte ich. Frank hebt skeptisch eine Augenbraue. Einen Moment später sagt er, dass er vermutlich niemanden wirklich töten könnte. Julie neckt ihn. Nicht einmal für mich? Er schüttelt den Kopf. Nicht einmal für dich. Und du? Würdest du für mich töten? Sie wiederholt seine Bullshit-Antwort. Niemals. Er lacht und äfft sie nach. Nicht einmal für mich? Nicht einmal für dich.

ERINNERUNG 480[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Frank hat die Wette gewonnen und löst seinen Gewinn ein. Joey hat keinen Monat in dem neuen Job geschafft. Der Besitzer hat ihn des Diebstahls eines Schokoladenriegels bezichtigt, und jetzt läuft er hysterisch in der Hütte auf und ab. Ausgerechnet ... ein Schokoladenriegel! Einen Schokoladenriegel, so behauptet er, hat er nie gestohlen. So eine Ungerechtigkeit. Julie schlägt vor, es ihm heimzuzahlen. Lasst uns in den Laden einbrechen! Noch mehr Kram besorgen! Den ganzen Laden in Brand stecken und Ormond den Zorn der Legion spüren lassen. Joey erstarrt, als er den Namen hört. Frank hebt neugierig eine Augenbraue und nickt dann zustimmend. Gefällt mir. Gefällt mir sehr. Sie wirft die Masken weg. Stupide. Fade. Nicht beeindruckend. Das Einzige, was wir jetzt noch brauchen, sind ordentliche Masken.

Beobachtungen: LOGS 182, 437, 571, 572, 789, 968, 1118, 2903, 7294, 8875[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ARCUS 182[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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In den Reichen des Entitus habe ich Strukturen entdeckt, die mich an mein Zuhause erinnern. Es ist möglich, dass andere von Terra Primus sich von der Außenwelt abgeschnitten im Entitus wiedergefunden haben. Diese Überlebenden könnten das Wissen besitzen, das nötig ist, mich aus diesem Turm zu befreien. Und möglicherweise haben sie sogar Ideen, wie man dieser infernalischen Dimension entkommen kann. Soweit ich weiß, ... waren wir eine der Ersten der vielen Welten, die damit begonnen haben, diese großen kosmischen Geheimnisse zu lüften und zu beweisen, dass Planeten und Sonnensysteme ... na ja ... lebendig sind. Diese Entdeckungen haben zum Wandel ganzer Paradigmen geführt, die uns die Möglichkeit eröffnet haben, von Dimension zu Dimension zu reisen. Einst dachten wir, dass unser Wissen absolut ist, ... aber diese Entdeckungen hatten uns gezeigt, wie wenig wir eigentlich über die Welt wussten.

ARCUS 437[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Ich werde ein paar Schlucke Whiskey von Terra 917 trinken, ein paar Erinnerungen erleben und dann ins Bett gehen. Die Wärme des Alkohols von 917 lullt mich immer in den Schlaf. Auch wenn dies ein schreckliches Schicksal ist, ... wäre es ein noch schrecklicheres Schicksal, hier ohne das Auris eingesperrt zu sein ... Ohne die Fähigkeit, sich zu manifestieren, zu erschaffen und zu genießen. Es fühlt sich seltsam an, denn das scheint das Geflecht der Schöpfung zu sein ... In der Lage zu sein, Erinnerungen bereisen zu können und ohne Einschränkungen dabei eine Auslese treffen zu können. Das hilft, die Zeit zu vertreiben. Es hilft definitiv, die Zeit zu vertreiben.

ARCUS 571[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Qualvolle Schreie schallten durch den Nebel und störten meinen Schlaf. Ich wachte auf, zog eine Hose an, kletterte mit etwas Whiskey aufs Dach und schlug Golfbälle in den Abgrund. Es liegt irgendetwas Beruhigendes oder gar Therapeutisches darin, mit Eisen und Holz Bälle ins Nichts zu schlagen. Ich habe bestimmt tausend Golfbälle versenkt, bevor die Schreie endlich nachließen und ich damit aufhörte.

ARCUS 572[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Jemand hat einen Eimer voller Golfbälle an meiner Tür abgestellt. Daran eine Notiz: Die besten Bälle überhaupt! Nach genauerem Hinsehen bemerkte ich, dass es gehärtete Augäpfel waren. Versteinerte Augäpfel, die zweifellos in den verlorenen Reichen eingesammelt worden waren. Ich wusste gar nicht, dass Augäpfel versteinern können oder dass sie, sofern man das sagen kann, ordentliche Golfbälle abgeben. Noch ein Eimer voll davon käme mir eigentlich ganz gelegen. Das muss ein Geschenk von meinem geheimnisvollen Freund sein.

ARCUS 789[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Gefühle. Leidenschaft. Interesse. Dies sind die Zündfunken, die undefinierbare Kraft, die Schöpfung ermöglicht. Man kann nichts manifestieren lassen, wenn man keine Empfindung dazu hat. Das Auris wurde belächelt, weil der Rat es nicht verstand. Es mag der Whiskey in mir sein, der mich darüber sinnieren lässt, aber ... Kunst wird nicht durch Gedanken allein erschaffen, sondern dadurch, dass Gedanken und Gefühle in Harmonie zusammenarbeiten. Gefühl ist alles ... Gefühl ist der wichtigste Aspekt, wenn man etwas zum Leben erwecken möchte. Es ist die Triebfeder, die Gedanken und Intentionen Wirklichkeit werden lässt.

ARCUS 968[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Seltsame leuchtende Markierungen, die in den Prüfungen für Überlebende und Killer zurückgelassen wurden, helfen mir dabei, mich in den Spalten leichter zu orientieren. Jemand versucht, mich zu erreichen. Mischt sich in die Angelegenheiten des Entitus ein. Nutzt Tricks, um meine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Um mich wissen zu lassen, dass ich nicht alleine bin. Um mich wissen zu lassen, dass ich nicht der Einzige bin, der in der Lage ist, sich im Entitus zu manifestieren. Und doch ist das Wissen der lebenden Dimensionen und der Uralten ein Wissen, das nur wenige auf den unendlichen Terra-Welten innerhalb der bekannten Galaxien entwickelt haben.

ARCUS 1118[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Nichts treibt einen mehr in den Wahnsinn als Stille. Ich blickte hinaus auf den endlosen Ozean des schwarzen Nebels, der mich umgibt, und begriff schnell, wie unglaublich klein und unbedeutend wir sind. Furcht und Verzweiflung überkamen mich schon bald, und ich begann zu verstehen, wie arrogant wir zu Hause waren, dass wir versuchten, diese lebenden, kosmischen Wesenheiten zu definieren und zu beschreiben. Wir hatten gedacht, wir hätten es größtenteils verstanden. Dabei hatten wir kaum an der Oberfläche gekratzt.

ARCUS 2903[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Ich stand früh auf, um im Archiv ein paar Tode zu erleben, die ich kürzlich im Spalt aufgezeichnet hatte. Ich trank etwas Milch von Terra 728, hörte eine Radiosendung von Terra 232. Horror- und Schreckensgeschichten. Ich las eine neue Version von Dantes Inferno von ... ich weiß nicht genau, wo ... Ich dachte an mein Zuhause, trank etwas Whiskey und schlief für eine gefühlte Ewigkeit.

ARCUS 7294[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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In Blut getränkt wachte ich auf, hatte aber keine Erinnerung mehr an die Geschehnisse der Nacht zuvor. Das Blut tropfte von meiner Nase und meinem Kinn. Ich tastete nach meiner Stirn und Kopfhaut und entdeckte eine tiefe, brennende Schnittwunde. Unfall? Selbst zugefügt? Albträume vom Nebel? Kreaturen aus dem Abgrund? Ich wusste es nicht. Später entdeckte ich neben dem Bett einen lila Haufen aus Fleisch und Eingeweiden. Ich hob die Schweinerei auf und warf sie aus dem Fenster in den Abgrund, woher sie auch gekommen war.

ARCUS 8875[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Es ist immer unterhaltsam, einem Überlebenden bei der Flucht zuzusehen, dessen Oberschenkelschlagader aufgerissen ist. Manche Opfer kommen tatsächlich ziemlich weit, bevor Schock und Herzstillstand sie überkommen. Sie kämpfen ums Überleben, als ob der Tod das Ende wäre. Vielleicht ist das der Grund, warum der Entitus mit jeder Wiederbelebung die Dinge ungeschehen macht. Der unumstößliche Glaube, dass der Tod real ist, gibt den Prüfungen, ... dem Erlebnis Gewicht und Tiefe. Ansonsten wäre es den Überlebenden egal. Sie würden nicht weglaufen. Sie würden nichts fühlen. Die Angst vor dem Tod ist der Puls des Lebens und Glaubens. Und der Glaube an den Tod gibt dem Erleben eine Emotion. Mit anderen Worten, er füttert den Entitus.

Enthüllungen: LOGS 129, 723, 1256[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ARCUS 129[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Ein Klopfen an der Tür und eine Einladung, die an einer Whiskeyflasche befestigt war, erwartete mich an der Türschwelle. Ich kniete mich hin, um die Einladung genauer unter die Lupe zu nehmen. Du bist herzlich zum Geburtstag des Entitus eingeladen. Der Entitus hat einen Geburtstag? Verliere ich den Verstand, ... meinen Halt in der Realität? ... Was auch immer das hier zu bedeuten hat, ... ist das eine Art Scherz von einer verlassenen Seele?

ARCUS 723[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Dwight tut mir leid. Es ist, als ob alles, was er macht, genau das Gegenteil von dem bewirkt, was er eigentlich will. Beim Versuch, seine Kollegen im Kampf gegen ihren miesen Chef zu unterstützen, endet er als derjenige, der letztendlich alles verbockt, wodurch viele in eine noch schlimmere Situation geraten, als sie vorher waren. Einem Narzissten etwas in seinen Drink zu kippen und ihn dabei zu beobachten, wie er ins Wanken gerät, war es allerdings wert. Die vielen Erinnerungen an Überlebende, die mit Narzissten zu kämpfen haben, lassen für mich nur den Schluss zu, dass es nur drei Möglichkeiten gibt, wenn man in einer Beziehung zu einem Narzissten steht. Ihn unterstützen. Vor ihm weglaufen. Oder ... ihn vernichten. Aber man muss vorsichtig sein, denn Narzissten neigen dazu, jeden mitzunehmen, wenn sie untergehen.

ARCUS 1256[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Ich habe neue Erinnerungen von Evan entdeckt, die etwas Licht in seinen Abstieg bringen. Die Frage, die ich mir stelle ist: Hat der Entitus begonnen, ihn zu verderben, bevor er für die Prüfungen abgegriffen wurde, oder waren all diese Wut und dieser Blutdurst ein Ergebnis seiner rauen Erziehung? So oder so, ich würde nicht erwarten, dass er auf irgendeine andere Autorität hört, selbst wenn sie bereits sehr alt ist.

Kurzfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kate Denson: Zurück zum Nullpunkt Anna: Ein herrlicher Krieg Dwight Fairfield: Eine Geschichte von irgendwem Julie Kostenko: Soldaten des Chaos

Belohnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Abschließen der entsprechenden Aufgaben der vier Stufen im Foliant erhält der Spieler folgende Glücksbringer:

Bild Name Beschreibung Stufe
VI 001.png Abstraktes Entitus-Modell aus Eisen Ein Konzeptmodell des Entitus. Der leichte Rost könnte beabsichtigt sein. STUFE I
VI 002.png Abstraktes Entitus-Modell aus Bronze Ein Konzeptmodell des Entitus. Auch wenn das Metall noch stabil ist, klingt es, als sei es innen hohl. STUFE II
VI 003.png Abstraktes Entitus-Modell aus Gold Ein Konzeptmodell des Entitus. Es ist zwar nicht magnetisch, aber das Werk an sich wirkt auf bestimmte Leute schon anziehend. STUFE III
VI 004.png Abstraktes Astral-Entitus-Modell Ein Konzeptmodell des Entitus. Es ist zwar schön, erweckt aber in jenen, die es in der Hand halten, Angst. STUFE IV
Folianten aus dem Archiv
Foliant I - Das Erwachen Foliant II - Abrechnung Foliant III - Eskalation Foliant IV - Verurteilung Foliant V - Entfesselt Foliant VI - Abweichung