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Foliant 17 - Engagement ist der Foliant zum 17. Spalt in Dead by Daylight welcher am 11. Oktober 2023 veröffentlicht wurde.

Überblick[ | ]

Die Charaktere dieses Folianten sind Feng Min und Kazan Yamaoka aka Der Oni.

Der dunkle Makel der Schande dringt in den Boden. Bevor er zum Oni wurde, war er Kazan Yamaoka, ein furchterregender Krieger mit unvergleichlicher Brutalität. Und was passiert, wenn das Spiel vorbei ist? Für Feng Min, die zwischen E-Sportwettkämpfen und familiären Verpflichtungen gefangen ist, ist die Antwort schwer zu finden. Und schließlich wird die Saga rund um das Haus Arkham fortgesetzt und nimmt dich tiefer mit in die seltsamen und überwältigenden Schrecken des Unbekannten.

Tagebucheinträge und Erinnerungen[ | ]

Feng Min: Erinnerungsfragmente[ | ]

ERINNERUNG 4010[ | ]

IconHelp archivesLog Du spielst immer noch Reign of Kaiju?

Meis Worte klingen leicht gehässig. Nach einem Tag voller Teambuilding mit den Laser Bears fühlt sich Min immer noch wie die Neue. Die Blicke des Teams ruhen auf ihr und warten darauf, dass sie die richtige Antwort gibt.

Du etwa nicht?

Das war nicht die richtige Antwort.

Mei stellt ihren Bubble Tea mit einem Poltern auf den Tisch. Nein, tu ich nicht. Ich spiele das Spiel, das mir Geld einbringt.

Du meinst, du nimmst dir nicht die Zeit für andere Spiele.

Wieder nicht die richtige Antwort.

Mei schüttelt ihren Kopf. Sie schnallt es nicht, Wenling.

Wenling verscheucht Meis hitzige Wut lässig mit einer Hand.

Min, die zehnstündige Trainingssession gestern? Das war ein normaler Tag. Das tun wir, um Spiele und Titel und Sponsorenverträge zu gewinnen. Das hier, ein Tag, an dem wir Bubble Tea trinken und plaudern, das ist ein Tag, an dem wir nachlassen. Immer, wenn wir irgendetwas anderes tun, als Nebula Arc zu spielen, lassen wir nach.

Min sieht zu Lan und Daiyu, die mit gesenktem Blick ihre Bubble Teas schlürfen und unruhig auf ihren Stühlen herumzappeln. Sie kennt sie erst seit einer Woche und findet sie seltsam. Distanziert. Aber jetzt versteht sie es.

Sie wollen einfach nur spielen.

Wenling spricht immer noch. Verstehst du, was wir meinen? Wenn du bereit bist, dich für die Laser Bears zu verpflichten, bedeutet das, dass du dich auch für Nebula Arc verpflichtest. Es wird keine Zeit für irgendetwas anderes geben. Auch nicht für ROK.

Solange Min zurückdenken kann, hat es Reign of Kaiju gegeben. Sie hat sich die Zeichentrickserie als Kind angesehen. Ihr Ordner mit Kaiju-Karten ist immer noch im Schrank in ihrem alten Kinderzimmer. Sie hat sich ein eigenes Hiro-Kostüm geschneidert. Sie hat Wroco in ihre Notizbücher gezeichnet. Und als sie mit dem MOBA angefangen hat, wollte sie nie wieder aufhören.

Sie will immer noch nicht aufhören.

Wenlings Hand liegt auf ihrer. Du kannst gern Nein sagen. Manche schließen sich einem Team an, weil sie denken, es ist nur ein Spiel. Sie halten nie lange durch. Andere gehen wieder zu weit, arbeiten rund um die Uhr, überschreiten ihre eigenen Grenzen, bis sie ausbrennen. Dieses Leben ist nicht für jeden. Aber du bist eine tolle Nebula-Verteidigerin. Du kannst uns helfen, den Shock Demons den Meistertitel abzuluchsen. Und mit uns könntest du für dein ganzes Leben aussorgen.

Ein Leben. Min denkt an ihre Eltern, die seit über zwanzig Jahren in derselben Wohnung sitzen. Sie denkt an das Dinoid-Kuscheltier, mit dem sie als Baby gespielt hat, das immer noch ganz unten in ihrem Rucksack wartet.

Vielleicht brauchst du etwas Zeit zum Nachdenken.

Min nimmt Wenlings Hand, gerade fest genug, um ihre Kraft zu demonstrieren.

Nein. Ich brauche keine Zeit.

ERINNERUNG 3011[ | ]

IconHelp archivesLog Min wendet dem Sarg den Rücken zu, als dieser hinabgesenkt wird. Ihre Mutter drückt ihre Hand und gemeinsam sehen sie in den wolkenlosen Himmel.

Sie hatte das Spielbrett mitgenommen, als Yéye ins Krankenhaus kam. Sie wusste, dass es ihr letztes Spiel werden würde.

Unter ihrer Jeans trug sie die Nebula-Arc-Leggings. Min brauchte an diesem Tag etwas Hilfe vom Leuchtenden Löwen.

Er konnte seine Augen kaum offen halten, seine Atmung war unruhig, aber er war immer noch der beste Wéiqí-Spieler, den sie je kennengelernt hatte. Er machte nur einen Fehler zwischen zwei Hustenanfällen, den sie für einen Sieg hätte ausnutzen können.

Aber Min nutzte ihn nicht aus. Sie machte sich so verletzlich, wie er es war, und gratulierte ihrem Yéye, als er gewann.

Er wollte noch einmal spielen und sie wischte sich eine Träne fort.

Sie wusste, dass ihr Vater auf dem Gang wartete und den Raum erst betreten würde, wenn sie gegangen wäre.

Sie sieht zu, wie ihr Vater gelbe und weiße Chrysanthemen auf Yéyes Grab legt. Die Zeit klappt in sich zusammen und Min sieht sich selbst in der Zukunft, wie sie vor einem Grab steht, ihren eigenen gelb-weißen Strauß Chrysanthemen in der Hand.

ERINNERUNG 4868[ | ]

IconHelp archivesLog Jetzt ist er da. Der Morgen des Finales. Am Ende des Tages werde ich meine vierte Trophäe in den Händen halten. Die langen Nächte werden sich gelohnt haben.

Vielleicht werden die Albträume dann aufhören.

Blinker.

Der Stadtverkehr ist schrecklich. Min hat keine Geduld dafür. Wenn wir nicht in einer Stunde im Stadion sind ...

Min schlängelt sich über die Fahrbahnen und weicht den Schnarchnasen aus, die die Überholspur blockieren.

Wir werden es schaffen.

Blinker.

Die Laser Bears hinten im Van sagen nichts. Sie glauben nicht, dass ich es schaffe. Das alles wäre kein Problem, wenn der Fahrer, den wir engagiert haben, uns nicht in letzter Minute sitzen gelassen hätte. Oder wenn einer von ihnen den Führerschein hätte.

Blinker.

Wir werden ja sehen, wer heute was schafft. Wenn wir das Finale gewinnen, dann nur wegen mir, nicht wegen ihnen. Der Weltrekord ist meiner, nicht ihrer. Sie haben nicht die ...

Blinker.

MIN!

Das war Mei. Die anderen schreien und kreischen, als der Van gegen die Mittelleitplanke schert. Funken fliegen von der Fahrertür.

Oh.

Ihre Instinkte übernehmen die Führung. Min weicht schnell nach rechts aus. Die Reifen quietschen wie die Mädchen. Das Geräusch ist unerträglich. Min sieht sich gerade noch rechtzeitig um, um den schwarzen SUV zu sehen, der wie ein Geschoss auf sie zukommt.

Und irgendwo in den dunklen Winkeln ihres Unterbewusstseins träumt Feng Min von ihrem Großvater. Von Wéiqí-Spielen. Von Kaiju.

ERINNERUNG 2230[ | ]

IconHelp archivesLog Min trinkt ihr Bier aus und verlässt den Tresen. Das Trinken hilft ihr, sich auf bestimmte Details zu konzentrieren. Wie jeder Wassertropfen, der in der Luft schwebt und Frühlingsnebel erschafft, der das Neonlicht der Schilder einfängt, die groß über ihr prangen.

Selbst in der Nacht ist es in der Stadt nicht dunkel.

Aber das Trinken macht noch etwas anderes mit Min. Sie sieht in den Dunst, sieht sich quasi selbst von innen zu, wie sie den Gehsteig entlangläuft. Sie ist nicht Feng Min. Sie ist jemand, der in Feng Min gefangen ist und sie kontrolliert. Sie sieht, was sie sieht.

Der Abstand gibt ihr Raum zum Atmen.

Sie knickt ungeschickt um und fühlt, wie sich die Bänder um ihr Knie verdrehen. Ihr Knie – die letzte Erinnerung an den Unfall. Es lässt sie nie vergessen.

Wie ihre Freundinnen schreien. Wie ihr Weinen im Gang des Krankenhauses widerhallt. Der Anfang vom Ende.

Jemand eilt an Min vorbei und stößt ihr unsanft den Ellbogen in die Seite. Aus dem Weg, Loser.

Sie dreht sich mit geballten Fäusten um, bereit zu kämpfen, aber die Welt dreht sich schneller als sie.

Und während sie auf den Gehsteig fällt, hallt das Wort in ihrem Kopf nach.

Loser.

Loser.

Loser.

Sie landet auf der Seite und ihr Kopf trifft mit einem Knacken auf den Asphalt.

Ich habe alles verloren. Und jeden Tag verliere ich ein bisschen mehr.

Game Over. Noch mal spielen.

Wenn es doch nur so einfach wäre. Wenn sie doch nur neu anfangen und alles ändern könnte. Nie wieder verlieren.

Alles wird dunkel. Das Blut auf dem Gehsteig, der Nebel in der Luft. Schließe jetzt einfach deine Augen.

Morgen sieht alles schon wieder anders aus.

ERINNERUNG 1629[ | ]

IconHelp archivesLog Sie hätte nie gedacht, dass sie ihn vor ihrer Tür stehen sehen würde.

Vater. Hallo.

Er hält einen dicken Umschlag mit seiner Wohnadresse darauf. Mins Magen dreht sich um. Das ist nicht das fröhliche Wiedersehen, das sie sich ausgemalt hatte.

Weißt du etwas darüber? Vater lässt den Umschlag vor Mins Füße fallen und einige Geldscheine flattern heraus.

Min bückt sich, um die Unordnung zu beseitigen. Du hättest es nicht angenommen, hättest du gewusst, dass es von mir kommt.

Aber eine anonyme Spende würden wir annehmen? Wir sind doch keine Bedürftigen!

Ist alles okay? Wenling und die anderen sind noch beim Frühstück.

Min betritt den Gang und schließt die Tür. Vaters Gesicht ist streng und verächtlich.

Bitte, Vater. Nimm es. Lass mich dir helfen.

Du wirst dieses Geld brauchen, wenn du beschließt, erwachsen zu werden.

Du verstehst es nicht, oder? Das ist mein Job und ich bin gut darin. Ich bin glücklich.

Du lügst. Das sehe ich in deinen Augen. Dieses Leben, das du führst, macht dich nicht glücklich. Und das wird es auch nie. Alles, was du tust, ist ...

Min wendet sich um, als sich ihre Tür öffnet. Wenling und Mei stehen da, mit strahlenden Gesichtern und ausgestreckten Händen.

Guten Morgen! Sind Sie Mr. Feng?

Min sieht verblüfft zu, wie ihre Freunde sich vorstellen und ihrem Vater die Hand schütteln.

Das kann nicht sein.

Mei drückt Mins Schulter kurz. Wir wollten Ihnen nur sagen, was für eine wunderbare Tochter Sie großgezogen haben. Ich habe noch nie jemand so Entschlossenen, Fleißigen oder Freundlichen gesehen.

Vater öffnet den Mund, um etwas zu sagen, aber Wenling kommt ihm zuvor.

Ihre Tochter hat uns geholfen, dreimalige Meister zu werden. Wenn wir unsere nächste Meisterschaft gewinnen, haben wir den Weltrekord. Sie sind sicher sehr stolz.

Bitte, kommen Sie herein. Mei deutet zur Tür. Wir haben gerade gefrühstückt. Es ist noch genug da, falls Sie hungrig sind. Und wir können Ihnen auch unsere Preise zeigen.

Min wartet, dass ihr Vater sie alle zurückweist. Aber er tut es nicht. Er sieht sie an und sie weiß, dass er auf eine Einladung von ihr wartet.

Dieses Leuchten in seinen Augen hat sie noch nie gesehen.

Willst du hereinkommen?

ERINNERUNG 3409[ | ]

IconHelp archivesLog Yéye streckt seine runzlige, zitternde Hand aus und legt einen weißen Stein neben eine Ansammlung von Mins schwarzen Steinen. Er hätte ihn überall auf dem Brett platzieren können, aber er hat sich für die schlechteste Stelle entschieden.

Er will es so aussehen lassen, als würde er meine Ansammlung fangen wollen. Aber nicht sehr überzeugend.

Er will mich gewinnen lassen.

Wenn noch zwei weitere Steine in der Nähe platziert werden, kann Min einige von Yéyes Steinen fangen. Sie ignoriert den Köder und platziert ihren schwarzen Stein in einer entfernten Ecke des Bretts.

Min fühlt Yéyes fragenden Blick, bevor er seinen nächsten Zug macht. Noch einen weißen Stein in der Nähe ihrer Steine. Ein weiterer Stein, der geschnappt werden will.

Min will ihm sagen: Hör auf damit. Ich bin elf Jahre alt. Ich bin kein Baby mehr. Ich will es mir verdienen.

Die Sonne geht über der belebten Straße unter. Das wird wohl das letzte Spiel sein, bevor Vater herunterkommt und sie holt. Das Ende eines Nachmittags, an dem sie ein Spiel nach dem anderen gegen den besten Wéiqí-Spieler verloren hat, den Min kennt.

Min ignoriert die Ansammlung wieder und setzt einen weiteren nutzlosen Stein.

Yéye ignoriert ihren Zug. Noch ein Geschenk in der Nähe der Ansammlung.

Die wütenden Gedanken kommen wieder hoch. Sie sitzt da, trommelt mit ihren Fingern auf den Tisch und fühlt die raue Oberfläche des Steins mit ihren Fingerspitzen.

Mins Vater hat sie schon oft für mangelnden Respekt bezahlen lassen. Weil sie frech geantwortet, seine Befehle missachtet hat oder unhöflich war. Sie fühlt sich wie eine Rebellin, weil sie denkt, dass man sich Respekt verdienen muss.

Aber Yéye gegenüber war sie noch nie respektlos. Kein einziges Mal.

Sie setzt einen Stein an den Rand der Ansammlung und spielt das Spiel jetzt so, wie er es will.

Yéyes strenger Blick weicht dem Anflug eines Lächelns. Er legt noch einen Stein dazu.

Als die Sonne hinter den Gebäuden verschwindet und Min ihren allerersten Sieg gegen Yéye verzeichnet, tritt Vater pünktlich aus dem Wohngebäude. Er sieht mit verschränkten Armen zu und Yéye tätschelt Min zärtlich den Kopf.

Alles Gute zum Geburtstag, Min-Min.

ERINNERUNG 4771[ | ]

IconHelp archivesLog Sie hätte nie gedacht, dass sie ihn vor ihrer Tür stehen sehen würde.

Vater. Hallo.

Er hält einen dicken Umschlag mit seiner Wohnadresse darauf. Mins Magen dreht sich um. Das ist nicht das fröhliche Wiedersehen, das sie sich ausgemalt hatte.

Weißt du etwas darüber? Vater lässt den Umschlag vor Mins Füße fallen und einige Geldscheine flattern heraus.

Min bückt sich, um die Unordnung zu beseitigen. Du hättest es nicht angenommen, hättest du gewusst, dass es von mir kommt.

Aber eine anonyme Spende würden wir annehmen? Wir sind doch keine Bedürftigen!

Ist alles okay? Wenling und die anderen sind noch beim Frühstück.

Min betritt den Gang und schließt die Tür. Vaters Gesicht ist streng und verächtlich.

Bitte, Vater. Nimm es. Lass mich dir helfen.

Du wirst dieses Geld brauchen, wenn du beschließt, erwachsen zu werden.

Du verstehst es nicht, oder? Das ist mein Job und ich bin gut darin. Ich bin glücklich.

Du lügst. Das sehe ich in deinen Augen. Dieses Leben, das du führst, macht dich nicht glücklich. Und das wird es auch nie. Alles, was du tust, ist ...

Min wendet sich um, als sich ihre Tür öffnet. Wenling und Mei stehen da, mit strahlenden Gesichtern und ausgestreckten Händen.

Guten Morgen! Sind Sie Mr. Feng?

Min sieht verblüfft zu, wie ihre Freunde sich vorstellen und ihrem Vater die Hand schütteln.

Das kann nicht sein.

Mei drückt Mins Schulter kurz. Wir wollten Ihnen nur sagen, was für eine wunderbare Tochter Sie großgezogen haben. Ich habe noch nie jemand so Entschlossenen, Fleißigen oder Freundlichen gesehen.

Vater öffnet den Mund, um etwas zu sagen, aber Wenling kommt ihm zuvor.

Ihre Tochter hat uns geholfen, dreimalige Meister zu werden. Wenn wir unsere nächste Meisterschaft gewinnen, haben wir den Weltrekord. Sie sind sicher sehr stolz.

Bitte, kommen Sie herein. Mei deutet zur Tür. Wir haben gerade gefrühstückt. Es ist noch genug da, falls Sie hungrig sind. Und wir können Ihnen auch unsere Preise zeigen.

Min wartet, dass ihr Vater sie alle zurückweist. Aber er tut es nicht. Er sieht sie an und sie weiß, dass er auf eine Einladung von ihr wartet.

Dieses Leuchten in seinen Augen hat sie noch nie gesehen.

Willst du hereinkommen?


Kazan Yamaoka: Erinnerungsfragmente[ | ]

ERINNERUNG 6220[ | ]

IconHelp archivesLog Die Nacht dauert schon lange, aber er geht weiter über ein offenes Feld.

Er ist seit drei Tagen unterwegs und macht nur eine Pause, um vom Fluss zu trinken oder die Blasen zu versorgen, die seine Füße bedecken.

Vielleicht hat ihn der Dorfhändler in die falsche Richtung geschickt. Das schien ihm aber unwahrscheinlich. Der Mann war voller Furcht. Kazan hatte ihn durch den Laden geschleudert, seinen Kopf gegen den Tisch gerammt und verlangt zu erfahren, wer die alte Rüstung gekauft hatte. Der Händler hatte Glück, dass Kazan ihn am Leben ließ. Sollte sich diese Reise als erfolglos herausstellen, würde er diese Entscheidung sicher noch mal überdenken.

Die dünne Schicht von frühmorgendlichem Dunst lichtet sich und gibt den Blick auf ein weiteres Dorf frei, das von Ackerland umgeben ist. Vorsichtig lugt die Sonne über die Feldfrüchte. Hier muss es sein.

Die fleißigsten Bauern kümmern sich still um ihre Äcker und heben kaum die Köpfe, als er an ihnen vorbeigeht. Diese Männer sind nicht die Hochstapler. Sie bearbeiten den Boden, so wie sie es immer getan haben, im Wettlauf gegen die Sonne, um ihre Ernte einzufahren, bevor die Hitze sie tötet.

Er bleibt bei einem stehen. Wo sind sie? Der Mann deutet auf einen Stall in der Nähe des Stadtzentrums.

Kazan nickt, spricht einen knappen Dank aus und geht weiter.

ERINNERUNG 5389[ | ]

IconHelp archivesLog Aus dieser Entfernung kann Kazan nur vage Menschengestalten ausmachen. Er geht auf sie zu. Während sie in sein Sichtfeld kommen, kocht der Hass in Kazan. Die Männer sitzen in Stühlen, leere Krüge stehen neben ihnen, sie schlafen schamlos, ihre Mägen voll mit den Gewinnen, die sie ihren eigenen Männern abgenommen haben. Der kleinere der Männer trägt selbst im Schlaf immer noch eine Kusazuri um die Hüfte.

Der größere wacht auf, als er auf sie zustapft, sucht nach einer Waffe und findet nur einen der Krüge. Er hält ihn hoch, als würde er sich dahinter verstecken wollen. Ohne zu zögern schlägt Kazan mit seinem Kanabō auf den Krug und den Kopf des Mannes ein. Beide zerbersten augenblicklich. Der kleinere kommt zu sich und fällt auf die Knie. Sofort entschuldigt er sich und fleht um sein Leben.

Den Mann in der Rüstung seiner gefallenen Brüder zu sehen, eine grausame Verhöhnung des Ziels, dem er so stolz sein Leben gewidmet hat, weckt ein übles Gefühl in Kazans Bauch. Er schlägt zu. Nicht einmal, wie beim ersten. Er schlägt immer wieder zu.

In diesen Schlägen ist keine Anmut. Er schlägt aggressiv, nachlässig auf den Körper, den Kopf, die Beine ein. Er hört Schreie, als Frauen und Kinder aufwachen und aus ihren Häusern eilen. Dann hört er auf.

Als er innehält, erkennt er, dass die Stimme, die er am lautesten schreien hört, seine eigene ist. Er streift der formlosen, kaputten Masse zu seinen Füßen die Rüstung ab, legt sie in seine Tasche und geht zurück. Die Bauern, die kurz von ihrer schweren Arbeit aufgesehen haben, wenden ihre Aufmerksamkeit wieder dem Boden zu.

ERINNERUNG 3724[ | ]

IconHelp archivesLog Vielleicht war ihm sein Ruf vorausgeeilt oder man hatte sie gewarnt, aber dieses Mal waren sie auf ihn vorbereitet. Der Fluss, an dem sich dieses Dorf befand, der sonst laut und lebendig vorbeifloss, wirkte fast, als würde er stillstehen und den Atem anhalten. Dunkle Wolken verhingen den ganzen Tag lang den Horizont und weigerten sich, näherzukommen. Sie warteten auf den Ausgang.

Fast ein Dutzend Mann in kaputter und unvollständiger Rüstung – einige mit Schwertern, andere mit Pflügen und Hacken bewaffnet – stehen in einer chaotischen Linie vor ihm. Sie stehen angriffslustig, aber unbehaglich da. Ihre verwirrte Haltung ist der Beweis für ihre mangelnde Erfahrung.

Kazan stellt sich auf dem anderen Ufer gerade hin. Er hält sein Kanabō fest, senkt es zu seiner Hüfte. Dann wartet er. Durch seine Maske starrt er die Männer an. Er wartet.

Sie stürmen auf ihn zu, ungeordnet und voller Angst. Einen nach dem anderen metzelt er nieder. Keine Bewegung ist unnötig. Ihre Angriffe berühren ihn nicht. Einer nach dem anderen läuft gegen seine Waffe und sackt dann blutend ins Wasser.

Noch lange, nachdem alle getötet wurden, steht er da, mit geradem Körper. Der Fluss beginnt um seine Knöchel zu fließen. Elf blutrote Ranken erstrecken sich im Fluss. Die Wolken brechen endlich und ein kalter, heftiger Regen setzt ein. Dann kommt plötzlich der Schmerz.

Seine Wadenmuskeln zucken, als er kaltes Metall durch eine kleine Lücke in seinen Beinschienen stechen spürt. Er dreht sich um. Ein Junge von etwa 18 Jahren steht da mit entschlossenem Gesichtsausdruck. Keine gestohlene Rüstung, keine gestohlenen Waffen. Tränen beflecken seine Wangen, vom Regen verdeckt, aber er zeigt keine Furcht. Der Junge zieht die Harke aus Kazans Bein und hebt sie hoch. Er ahmt die Haltung eines wahren Samurai nach. Kazan packt die Harkenspitze. Er drückt zu. Er fühlt heißes Blut, das aus seiner Handfläche über sein Handgelenk fließt.

Er sieht dem Jungen fest ins Gesicht, aber der Junge hält dem Blick stand.

Stirb, Oni.

Oni? Das Wort erschüttert ihn. Ich? Warum nennt mich dieser Junge einen Oni? Er spürt das vertraute Gefühl, das wieder tief in seiner Brust zu keimen beginnt. Wie bei den Hochstaplern. Er entreißt dem Jungen die Waffe und wirft sie in den Fluss. Verschwinde, Junge. Wenn du mich noch einmal so nennst, stirbst du wie die anderen.

ERINNERUNG 1711[ | ]

IconHelp archivesLog Shuzo hält ein Buch für Kazan hoch. Kazan kneift die Augen zusammen, um den Einband zu lesen, versucht, aus den seltsamen Symbolen darauf schlau zu werden.

Ich habe es unter den Sachen meines Sohnes gefunden.

Stammt es ... von den Fremden?

Ja.

Kazan macht ein verächtliches Gesicht und wendet sich ab. Warum lässt du so etwas in deinem Haus zu?!

Er hat es vor mir versteckt, Kazan. Seine Freunde haben versucht, ihre Sprache zu lernen und mit ihnen zu arbeiten. Mit ihnen Handel zu treiben. Was kommt als Nächstes? Wird er mit ihnen fortfahren wollen? Ins Ausland reisen?

Shuzo wirft das Buch voller Ekel hinter sich. Ich habe gehört, dass eine Gruppe der Händler den Zoll des Shoguns umgehen will. Sie fälschen Papiere, importieren mehr, als zulässig ist, und transportieren den Überschuss dann in der Nacht. Jemand sollte sich darum kümmern.

Kazan blickt in seine Teetasse, tief in Gedanken versunken. Shuzo war schon immer eine verlässliche Quelle. Manchmal sogar ein Freund. Aber mit den Fremden handeln? Was wusste er darüber?

Was soll ich tun, Shuzo?

Shuzo weicht nervös zurück. Ich erzähle dir nur, was ich gehört habe. Jemand muss etwas tun.

ERINNERUNG 7104[ | ]

IconHelp archivesLog Die spätsommerliche Sonne hängt faul über Nagasaki. Kazan steht am Strand und sieht zu, wie die Schiffe der fremden Handelskompanie in Dejima anlegen. Die Arbeiter bewegen sich hektisch, beladen und entladen die Schiffe, freuen sich über die Arbeit nach dem monatelangen Warten. Beamte huschen von Ort zu Ort, zählen und machen Inventur. Für Unwissende wirkt es chaotisch, unverständlich. Aber Kazan ist nicht unwissend.

Ein Schiff fällt besonders auf. Während die anderen anlegen, entladen, beladen und wieder abfahren, ist eines länger als die anderen da. Und er ist sich sicher, dass es zweimal entladen und beladen wurde. Einmal am Tag, einmal in der Nacht. Und es ist nicht abgefahren. Vielleicht waren alle zu beschäftigt, um darauf zu achten. Vielleicht will niemand derjenige sein, der darauf aufmerksam macht.

Vielleicht waren alle eingeweiht.

Kazan denkt an Shuzos Sohn, der so begierig ist, die Fremden kennenzulernen. Er denkt an seinen eigenen Sohn, dessen Interesse am Weg des Schwerts nach seiner Verletzung nachließ. Würde er eines Tages auch von diesem Lebensstil verführt werden?

Kazan sieht hinunter auf seine Hand und erkennt, dass sie zur Faust geballt ist. Seine Knöchel treten weiß und fest hervor. Wenn diese Männer Verbrecher sind, dann werden sie heute Nacht ihre gerechte Strafe bekommen.

ERINNERUNG 279[ | ]

IconHelp archivesLog Kazan stapft über den kargen, felsigen Boden dieses seltsamen Reichs. Er versucht, sich auf die vernebelten Erinnerungsfragmente zu fokussieren, über sich selbst, seine Familie, sein Land. Aber der Nebel windet sich und seine Erinnerungen tun das auch. Nie fühlen sie sich echt oder vollständig an.

Er weiß, dass er etwas verfolgt. Oder vielleicht ist „jagt“ das richtige Wort dafür. Aber er weiß nicht, was es ist.

Es ist Stunden, vielleicht Tage her. Jahre. In diesem Reich kann man das unmöglich sagen. Aber er weiß, dass er das, was er jagt, fangen muss. Es wird Antworten für ihn haben.

Der Nebel lichtet sich vor ihm und er sieht einen Mann am Boden, verletzt. Er schleppt seinen verletzten Körper von Kazan fort. Kazan beschleunigt und nähert sich dem kaputten Körper. Er trägt eine Rüstung ... die eines Samurai. Vielleicht noch ein Hochstapler.

Als er nahe genug ist, dreht der Mann sich um und sieht Kazan an. Dieser erstarrt. Die Maske auf dem Gesicht des Mannes ... ist eine Maske vom Gesicht seines Vaters. Aber sie ist zerschlagen und zerstört. Sie sieht genauso aus wie sein Vater. Kaum wiedererkennbar, aber sofort zu sehen.

Wie ...?

Der Mann hebt seine Hand und legt sie auf die Maske. Beginnt, daran zu ziehen. Die Maske wehrt sich, bleibt auf seinem Gesicht. Er schreit vor Qualen. Das Geräusch von zerreißendem Fleisch. Kazan streckt seine Hand aus, um ihn aufzuhalten. Er greift nach seinem Arm. Aber es ist zu spät. Mit einem grausigen Reißen fällt die Maske ab.

Eine schwarze Leere. Ein langer Schrei dringt aus dem Loch in seinem Kopf. Vielleicht die Stimme seines Vaters. Er weiß es nicht mehr.

Der Nebel umgibt ihn wieder. Endlich hört das Schreien auf. Der Mann ist fort. Sein Vater ist fort.

ERINNERUNG 8311[ | ]

IconHelp archivesLog Er spielte den Augenblick immer und immer wieder vor seinem geistigen Auge ab. Ein so kurzer Augenblick. Ein Zögern.

Es ergab keinen Sinn. Der Samurai, der eindeutig überlegen war, zögerte. Kazan sollte tot sein. Stattdessen hatte er ihm eine Möglichkeit eröffnet.

Er erinnerte sich daran, wie er den Samurai angriff. Seinen Helm zerbrach. Sein Gesicht sah. Es erkannte. Und jetzt sieht er es sich an, nachdem alles Leben aus ihm gewichen ist. Sein Vater ist tot. Getötet, weil er gezögert hatte. Als hätte er Kazan gewinnen lassen.

Kazan wendet sich ab, erträgt die Schande nicht. Starrt auf den Boden hinter ihm. Auf seine Hände. Die Hände, die nicht gezögert haben. Sein Vater hatte gewusst, dass er es war ...

Hätte ich gewusst, dass es mein Vater war, hätte ich gezögert?

Die Schande windet und gräbt sich durch ihn. Er weiß, dass er nicht gezögert hätte. Er hatte gekämpft, um die Ehre seines Namens, seiner Familie wiederherzustellen – und er würde gegen jeden kämpfen und jeden töten, um dieses Ziel zu erreichen. Jeden töten, der sich ihm in den Weg stellte. Seine Familie töten, um ihr Ehre zu erweisen. Es ergab keinen Sinn.

Er steht eine gefühlte Ewigkeit da. Versucht, es in Übereinstimmung zu bringen. Er schafft es nicht.

Durch die Tränen meint er zu sehen, wie sich der Boden unter ihm bewegt. Nein, er bewegt sich nicht ... es ist eine Art Nebel. Er blinzelt die Tränen weg und dreht sich um. Der Nebel hat sich um ihn gelegt und verdeckt die Leiche seines Vaters. Er schreit und schwenkt sein Kanabō. Er kriecht dort hin, wo sein Vater lag.

Aber sein Vater ist nicht mehr da. Der Nebel zieht sich zurück und verschwindet, und mit ihm sein Vater.

Irgendeine Realität Irgendwo: Das Haus Arkham[ | ]

ARCUS 9966[ | ]

IconHelp archivesLog Ich habe noch mehr Geschichten von Barra entdeckt, die von einer geheimnisvollen Person namens dem Gefangenen handeln. Wie in den anderen Geschichten ist der Gefangene in einer dunklen, seltsamen Dimension gefangen, aus der er verzweifelt zu entkommen versucht. Barras Geschichten – vor allem die in seiner späteren Karriere – konzentrieren sich auf diese Dimension, die er den Horror nennt. Er beschreibt sie als die Dimension, in der jedes Grauen seinen Anfang nimmt. Eine interessante Idee, aber in vielerlei Hinsicht fehlerhaft.

ARCUS 9967[ | ]

IconHelp archivesLog Der Gefangene kann Erinnerungen und Geschichten aus einer nebelähnlichen Substanz erleben. Nachdem er jahrelang nach einem Fluchtweg gesucht hat, findet er die gesuchten Antworten in den aufgezeichneten Erinnerungen, auf die er in einer verfallenen Burg stößt. Die Erinnerungen sind auf einer alten Vinylschallplatte gespeichert, die er auf einem Grammophon vor einer „verrückten Wand“ abspielt. Er hört sich die zerkratzte Schallplatte an und findet bald heraus, dass der Weg nach draußen durch den dunkelsten und gefährlichsten Ort im Horror führt: die Leere. Ich habe jetzt schon in den Werken mehrerer Autoren über die Leere gelesen. Manche meinen, hier liegt der Weg nach draußen. Andere halten es für einen Streich. Einen Streich, der den Gefangenen vom Regen in die Traufe führen soll. Ich bin mir nicht sicher, was ich glauben soll. Es könnte sein, dass alle Versionen einen wahren Kern haben. Vielleicht gibt es einen Fluchtweg für jene, die ihn finden können. Aber für alle anderen ist die Leere nur ein Ort mit noch größerem Leid und Qualen. Es ist schwer herauszufinden, welcher Geschichte oder welchen Geschichten man glauben soll

ARCUS 9968[ | ]

IconHelp archivesLog Mir fehlen immer noch wichtige Teile der Geschichte und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich etwas aus der Reise des Gefangenen durch die Leere mitnehmen kann. Wenn ich wenigstens wüsste, dass der Gefangene geflohen ist, wäre das schon etwas. Das würde mir den nötigen Antrieb geben. Aber bisher bin ich nicht sicher, wie die Geschichte ausgeht.

ARCUS 9969[ | ]

IconHelp archivesLog Fiktion gibt es nicht. Alles basiert auf irgendeiner Realität irgendwo.

ARCUS 9970[ | ]

IconHelp archivesLog Ich habe eine Reihe von Barra namens „Geschichten aus dem Horror“ gefunden. Hunderte von Geschichten über Menschen, die im Horror gefangen sind. Die meisten wollen entkommen, andere wiederum arbeiten als Diener der Dunkelheit. In einer Geschichte geht es darum, wie eine bunte Truppe von Überlebenden mit einer Symbolreihe von einer Schriftrolle einen Eingang in die Leere geschaffen haben. Sie haben die Symbole in eine seltsame Pflanze geritzt, die dann explodiert und die Reiche ins Ungleichgewicht gebracht hat. So entstand ein kleiner Riss in die Leere. Es muss eine Version dieser Geschichte geben, in der die Symbole genauer beschrieben werden. Wenn ich nur irgendwie die richtige Reihenfolge in Erfahrung bringen könnte, hätte ich den Großteil dessen beisammen, was ich für meinen Fluchtversuch brauche. Ich bin jetzt ganz nah dran. Näher denn je. Schwer zu glauben, dass ich es so weit geschafft habe.

Der großartige Maurice. 1[ | ]

IconHelp archivesLog Man nennt mich Maurice, den großartigen Maurice. Mr. Shelby, der Bauer, nannte mich schon kurz nach meiner Geburt „großartig“. Nicht weil ich etwas Besonderes oder Spektakuläres oder dergleichen bin. Nein, weil er mich für schwach und dürr und für nichts zu gebrauchen hielt, wie einen Wagen ohne Räder. Aus irgendeinem Grund schwor er seiner Frau, dass ich verflucht war und dass ihm und seinem Bauernhof schlimme Dinge widerfuhren, seit ich gekommen war. Er dachte, wenn er mich „Großartig“ nannte, würde er einen Dummkopf überlisten, damit er mich auf dem Jahrmarkt kauft. Ich weiß noch, dass ich merkte, dass ich anders war als die anderen Hengstfohlen. Nicht weil ich schlimme Dinge geschehen ließ, sondern weil ich Dinge passieren lassen konnte, und das nur, indem ich daran dachte. Zuerst wusste ich das nicht. Aber alle, die Interesse zeigten, mich zu kaufen und mit nach Hause zu nehmen, änderten ihre Meinung, weil ich es ihnen mit meinen Gedanken auftrug, und zwar nur mit meinen Gedanken. Mit meinen Gedanken überzeugte ich sogar jemanden davon, Bauer Shelby zu sagen, was für ein tolles Pferd ich war und dass er mich bei meiner Familie lassen sollte. Aber dieser kleine Trick funktionierte nicht. Bauer Shelby durchschaute ihn. Irgendwie vermutete er, dass ich hinter seinem Pech steckte, und dafür peitschte er mich jede Nacht aus, schrie mich an und schimpfte mich ein dummes, unerzogenes, nichtsnutziges Tier. Irgendwann fehlte mir die Kraft zu denken. So oft hatte er mich geschlagen. Vor lauter Schmerzen konnte ich kaum noch stehen und ich konnte nur noch daran denken, nicht wieder ausgepeitscht zu werden. Aber das war okay, denn ich war so verletzt und voller Prellungen, dass niemand mich mehr für großartig hielt trotz des großen, roten Schilds über meinem Kopf. So hat es irgendwie funktioniert. Zumindest eine Weile. Aber lassen wir diesen finsteren Moment meines Lebens hinter uns und kommen später dorthin zurück.

Ich will sagen: Ich bin jetzt alt und stecke in einer entfernten Welt fest, die sich anfühlt, als wären alle gruseligen Orte zusammengewürfelt worden, von denen ich je gehört habe. Ich habe eindeutig Dinge erlebt, gesehen und erfahren, die noch kein Pferd je gesehen hat. Und ich sage euch, trotz all dem Mist, den ich in meinem Leben erlebt habe, habe ich nur ein, zwei Freunde getroffen, die mir das Leid erträglicher gemacht haben. Und eine dieser Freundinnen will meine Lebensgeschichte festhalten. Sie meint, das, was wir beide erlebt haben, könnte eines Tages jemandem helfen, der eine ähnliche Situation durchmacht. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, ob all das hilfreich sein kann. Aber was ich weiß, ist, dass ich eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gesprochen hatte, bevor ich sie getroffen habe. Als wir uns dann unterhielten, konnte ich die Klappe nicht mehr halten. Wie ein endloser Geysir. Ich habe wohl nicht mitbekommen, wie viel ich zu sagen hatte oder wie viel in mir brodelte oder wie sehr ich ein Gespräch brauchte. Aber das Gespräch allein machte mein Herz so viel leichter, dass ich das Gefühl hatte, ich könnte losfliegen. Es ist schön, Freunde zu haben. Vor allem einen, der dich nicht verurteilt oder unterbricht, und der mit dem Herzen und nicht mit dem Kopf zuhört. Ein Freund, der dich versteht, an dich glaubt und es ehrlich meint, wenn er dich großartig nennt. Es wirklich ehrlich meint. Ich weiß vielleicht nicht viel, aber das weiß ich:

Ein guter Freund macht einen großen Unterschied.

Geschichten aus dem Horror: Durch die dunkle Leere. 2[ | ]

IconHelp archivesLog Der Festungspanzer war mit verbrannten Leichen übersät. Verdrehte Gliedmaßen hoben sich wie schwarze, knorrige Bäume vor dem blauen Licht ab, das durch ein Loch in der Metalldecke drang. Brandspuren zogen sich wie Narben über den Boden und an der Wand las Haley die mit Blut geschriebenen Worte „Kein Ausgang“. Für einen langen, nachdenklichen Moment starrte sie die Worte an. Dann sammelte sich die Truppe um sie und fragte, ob sie mit ihren Fähigkeiten irgendetwas erfassen könnte. Sie zuckte mit den Achseln und trat näher an die Leichen heran. Sie nahm eine seltsame Schwere in der Luft wahr. Sie konnte spüren, dass etwas Unnatürliches und Unbekanntes im Gang verblieb.

Vorsichtig näherte sich Haley einem zerschlagenen Kopf auf dem Metallgitter und blieb dann abrupt stehen, als sie ein Kribbeln in ihren Armen fühlte. Sie setzte ihren Fuß langsam ab, richtete ihren Blick auf die verkohlten Augenhöhlen und suchte nach etwas, irgendetwas, das ihr helfen konnte, zu verstehen, was mit der früheren Besatzung geschehen war.

Als nichts geschah, richtete sie die Augen aufwärts und zuckte zusammen, als ein schemenhafter Soldat plötzlich vor ihrem Gesicht erschien. Sie fasste sich und sah zu, wie der Soldat sich den dunklen Gang entlangkämpfte, während seine Eingeweide wie riesige Würmer aus seinem aufgerissenen Bauch fielen.

Sam spürte, dass Haley beunruhigt war, und wollte wissen, was sie sah. Sie wollte sich zu ihm drehen, aber taumelte nach hinten und keuchte, als sie benzingetränkte Soldaten sah, die in Flammen aufgingen. Das Feuer züngelte und schmolz Fett und Fleisch wie Butter, bis alles in Schwaden von wirbelndem, blauem Rauch aufging.

Haley rappelte sich auf und fand ihr Gleichgewicht wieder. Sie atmete tief ein und drehte sich mit düsterem Gesichtsausdruck zu ihren Begleitern. Lange sagte sie gar nichts. Sie überlegte, ob sie ihre Visionen mit den anderen teilen sollte. Doch sie war sich nicht sicher, ob sie dem trauen konnte, was sie gesehen hatte. Es könnte eine Erinnerung sein oder auch eine Halluzination, die die Leere in ihr auslöste.

Schließlich musste sie zugeben, dass sie sich nicht sicher war, was genau sie da gesehen hatte, und sagte der Truppe, dass sie noch mehr Zeit für Nachforschungen brauchte. Damit machte sie sich zu einem Stapel zerfleischter Leichen auf, nahm eine verkohlte Hand und schloss ihre Augen. Sie zwang sich, an nichts zu denken, und richtete alle ihre Sinne auf diesen Moment. Aber nichts passierte.

„Das Flüstern“, sagte Jaden, während er auf seine Stiefschwester zukam. „Es hat aufgehört ... als würde der Panzer uns von draußen abschirmen.“

Haley öffnete ihre Augen und sah ihn an. Dann ließ sie die leblose Hand los. „Wenn das wahr ist“, sagte sie emotionslos, „was ist dann mit ihnen geschehen?“ Mit einem beunruhigten Seufzen deutete sie auf die verstreuten Leichen.

„Gute Frage“, antwortete Natasha, die im gewaltigen Panzer nach Lebenszeichen Ausschau hielt. „Wir werden wohl eine Weile hierbleiben. Mir macht das nichts aus. Zu Hause war ich schon an schlimmeren Orten.“

„Du vielleicht, Nat.“ Jen schüttelte den Kopf. „Das ist eine Todesfalle. Wir sollten uns etwas anderes suchen.“

„Was hast du denn im Sinn?“, fragte Derek. „Es gibt keinen anderen Ort. Sehen wir uns die Räume an und machen es uns in diesem Höllengefährt gemütlich.“

„Gemütlich?“ Mel klang zweifelnd. „Rieche nur ich das?“

„Was denn?“, fragte Dwayne mit einem Grinsen.

Mel sah Dwayne an. Sie wollte ihm die Brille von der Nase schlagen, weil er den Gestank so locker nahm. „Was ich rieche? Gegrilltes Menschenfleisch. Das rieche ich.“

Dwayne zuckte die Achseln. „Atme einfach durch den Mund.“

Mel schüttelte den Kopf. „Ich will aber nicht durch den Mund atmen!“

„Ich bin sicher, Claudine fällt etwas mit ihren Blumen ein.“

„Sehr witzig, Ash!“ Claudines Gesicht wurde ernst. „Ich sammle hier ja keine Duftbäumchen, oder bist du wirklich so ahnungslos?“ Damit schubste sie den lachenden Ash mit einem lauten Krachen gegen eine harte Metallwand.

„Schluss damit!“, schnauzte Mahan. „Teilen wir uns auf ... Suchen wir in den Räumen nach Überlebenden. Sehen wir nach, ob wir etwas Nützliches finden können, wie Medizinvorräte.“

Nickend und murmelnd stimmte die Truppe zu und teilte sich schnell im Panzer auf.

Mahan gab Haley und Jaden zu verstehen, dass sie ihm folgen sollten. Dann ging er mit seiner Taschenlampe den dunklen Gang entlang. Eine gefühlte Ewigkeit später fanden sie einen Kontrollraum voller Generatoren, die irgendwie in die Wand eingebaut worden waren. In der Nähe stand ein Behälter, in dem eine seltsame, schwarze Substanz blubberte. Von dem Behälter führte ein dicker roter Schlauch zu den Generatoren.

Mahan sah sich den Behälter, die Generatoren und die Bedientafel genau an. Die schwarze Flüssigkeit schien die Generatoren anzutreiben und die Generatoren wiederum den Festungspanzer. Er war sich nicht ganz sicher, wie dieses improvisierte Energiesystem funktionierte, aber er kannte die Technologie aus anderen Reichen. Einen Moment lang keimte die schwache Hoffnung in ihm, dass die Generatoren und der Panzer geschaffen worden waren, um ihnen das Überleben in der Leere zu ermöglichen.

„Die erinnern mich an die anderen Generatoren“, stellte Jaden fest, während er mit dem Finger über die Steuerelemente strich, bis er auf ein kleines Fenster voller Dreck und anderen Stoffen stieß, über deren Herkunft er sich keine näheren Gedanken machen wollte.

Mahan ging zu einem der Generatoren und versuchte, ihn zu aktivieren, aber nichts geschah. Er entfernte eine Abdeckung und tüftelte mit den Kabeln herum, wie er es schon unzählige Male gemacht hatte. Innerhalb eines Augenblicks erwachte der Generator mit einem Funkenregen, Blubbern und Brummen zum Leben. Eine Glühbirne begann, flackernd zu leuchten und tauchte den Raum in einen orangefarbenen Schein.

„Wir haben Strom!“ Haley lächelte.

„Und das dank ...“

Jaden beendete den Satz nicht, denn der Boden unter seinen Füßen begann zu beben und ein tiefes, lautes Brüllen drang von außen zu ihnen. Hastig wischte er mit dem Ärmel den Dreck vom Fenster. Als er in die Leere blickte, schauderte er und jede Farbe wich aus seinem Gesicht.

„Was ist los?“, wollte Haley wissen.

Als Jaden nicht antwortete, wandte sich Mahan erst Haley und dann Jaden zu und fragte auch: „Was ist los? Was ist da draußen?“

Immer noch keine Antwort.

Haley und Mahan blickten einander sorgenvoll an, als die Welt erneut bebte.

„Seht euch das an ...“, stotterte Jaden schließlich. Seine Stimme war nur ein dünnes Krächzen und er fühlte, wie er immer angespannter wurde, während er noch versuchte, die aufkeimende Panik zu unterdrücken. Er konnte nicht glauben, was er da sah. Es war ganz anders als alles, was er aus anderen Reichen kannte.

Taumelnd und aufeinander gestützt traten Haley und Mahan hinter Jaden.

Mit offenem Mund starrten alle drei ungläubig durch das Fenster.

Visuelle Erinnerungen[ | ]

Feng Min: Erinnerungsfragmente[ | ]

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Kazan Yamaoka: Erinnerungsfragmente[ | ]

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Kurzfilme[ | ]

Feng Min: Erinnerungsfragmente Kazan Yamaoka: Erinnerungsfragmente Irgendeine Realität Irgendwo: Das Haus Arkham

Belohnungen[ | ]

Durch das Abschließen der entsprechenden Aufgaben der vier Stufen im Foliant erhält der Spieler folgende Glücksbringer:

Bild Name Beschreibung Stufe
XR 023 Die Originalkonsole Eine der ersten ihrer Art. STUFE I
XR 024 Die ultimative Konsole Und so begann der berühmte Brauch, in Spielmodule zu pusten. STUFE II
XR 025 Die skurrile Konsole Es wird Zeit für die Ankunft der winzigen CD. STUFE III
XR 026 Die absolute Konsole Virtual Reality und 16K-Auflösung übertrafen alle Erwartungen. STUFE IV

Trailer[ | ]

FOLIANTEN IN DEAD BY DAYLIGHT
FOLIANTEN

Foliant 1 - Das Erwachen Foliant 2 - Abrechnung Foliant 3 - Eskalation Foliant 4 - Verurteilung Foliant 5 - Entfesselt Foliant 6 - Abweichung Foliant 7 - Verlassen Foliant 8 - Befreiung Foliant 9 - Crescendo Foliant 10 - SAW Foliant 11 - Hingabe Foliant 12 - Uneinigkeit Foliant 13 - Boshaftigkeit Foliant 14 - Verrat Foliant 15 - Aufstieg Foliant 16 - Existenz Foliant 17 - Engagement Foliant 18 - Korrektur Foliant 19 - Pracht

EVENTFOLIANTEN Eventfoliant 1 - Der Mitternachtshain Eventfoliant 2 - Unheimliche Maskerade Eventfoliant 3 - Spuk in Dead by Daylight Eventfoliant 4 - Kalt bis auf die Knochen Eventfoliant 5 - Unheimliche Maskerade Eventfoliant 6 - Heiße Grillparty Eventfoliant 7 - Spuk in Dead by Daylight Eventfoliant 8 - Kalt bis auf die Knochen Eventfoliant 9 - Blutmond
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