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Eventfoliant: Der Mitternachtshain ist ein spezieller Eventoliant zum Halloweenevent Der Mitternachtshain in Dead by Daylight welcher am 21. Oktober 2021 veröffentlicht wurde.

Überblick[]

Der Charaktere dieses Folianten ist Mikaela Reid.

Tagebucheinträge und Erinnerungen[]

Mikaela Reid: Geschichten aus dem Hexen-Café[]

Winzige, grausige Dinge[]

IconHelp archivesLog.png Geschichten aus dem Hexen-Café. Das endlose Grauen. Hereinspaziert, hereinspaziert ins Moonstone-Café! Probiert doch unser heutiges Angebot, ein Kürbisspuktakel. Dazu empfehle ich eine Tasse Café Oje. Ich werde derweil mein Bestes geben, um euch mit der heutigen Geschichte zu unterhalten. Diese hatte ihren Ursprung in einer Aufgabe, die mir meine Freunde gestellt haben: Ich sollte eine Gruselgeschichte erfinden, die für immer fortgesetzt werden kann. Ich weiß nicht, ob sie nicht eher ekelhaft als gruselig ist, aber sie passt auf jeden Fall zu Halloween und spielt im mittelalterlichen Europa. Ich nenne sie „Winzige, grausige Dinge“, aber meine Freunde sagen, ich soll sie lieber „Das endlose Grauen“ taufen. Hört mal zu und lasst uns später darüber diskutieren.

Es gab keinen Zweifel: Lucian war ein Feigling. Er war stark, klug und schnell, aber trotzdem ein Feigling. Und das machte es umso schlimmer für ihn, in die Armee des Königs aufgenommen zu werden und in den Kampf marschieren zu müssen. Lucian wollte sich in keine Gefahr bringen und überlegte sich einen schlauen Plan, um Verletzungen oder gar dem Tod zu entgehen.

Sobald die Hörner ertönten und die Infanterie sich ins Getümmel stürzte, führte Lucian seinen feigen Plan aus. Er brüllte einen unvergleichlichen Schlachtruf, eilte mit erhobenem Schwert voraus und fiel dann absichtlich zu Boden, als niemand zusah und er das Klirren von Eisen und die Schmerzensschreie sterbender Soldaten hörte. Dann stellte er sich tot und hoffte das Beste.

Lucian hatte solche Angst, dass er trotz des Gestanks verrottender Menschen um sich die Augen für einige Tage geschlossen hielt, bis etwas oder jemand ihn an der Schulter berührte. Als er seine Augen öffnete, starrte er einen Mann in einer dunklen Robe mit einer blutigen Sense in der Hand an.

Lucian blickte dem Tod ins Gesicht.

Oder zumindest dachte er das.

In Wahrheit war es nicht der Tod, sondern ein niederer Dämon, der seine Runden zog, Streiche spielte und vorgab, der Tod zu sein, um jemanden zu quälen. Und wenn wir eines über niedere Dämonen wissen, dann, dass sie es lieben, Feiglinge zu quälen – Feiglinge und Narzissten.

Und so starrte dieser niedere Dämon Lucian mit leuchtend roten Augen an, verkündete, dass seine Zeit gekommen sei, und fragte, ob er noch letzte Wünsche hätte. Lucian streckte natürlich eine zitternde Hand aus und flehte um sein Leben. Als der Dämon lachte und seinen hässlichen Kopf schüttelte, kam Lucian ein Gedanke und er bat schnell um eine letzte Mahlzeit.

Der Dämon trat einen Schritt zurück, lächelte und meinte, er würde ihm diesen letzten Wunsch gewähren. Der Dämon war bereit, ihn so lange leben zu lassen, wie er brauchte, um seinen Bauch mit allem zu füllen, was er auf dem Schlachtfeld finden konnte. Nein, nicht auf dem Schlachtfeld. Auf diesem Buffet ... einem Buffet des Todes.

Lucian wusste nicht, was er tun sollte. Er wusste nicht, was er essen sollte. Er war kein Kannibale und bestimmt wollte er nicht noch eine Sünde vor dem Sterben begehen. Er wollte sich schon seinem Schicksal ergeben, als er spürte, wie sich etwas neben seiner Hand wand. Er sah nach unten und erblickte die ... winzigen, grausigen Dinge ... die aus dem aufgedunsenen Bauch einer Leiche krochen und auf seine Hand fielen.

Verzweifelt tat Lucian das Unvorstellbare. Mit einem unglücklichen Seufzen steckte er seine Hand in den verwesenden Bauch, griff in die stinkenden, triefenden Innereien und zog eine baumelnde, weiße Made heraus.

Er schluckte schwer und hielt das winzige, grausige Ding ins Mondlicht. Dann öffnete er seinen Mund und ließ die Made auf seine Zunge fallen. \nDer Dämon zuckte angewidert zurück, lachte vor Fassungslosigkeit und sprach dann einige Worte in einer seltsamen, fremden Sprache.

Lucian verstand nichts davon, aber dachte, dass er vielleicht verflucht worden war, denn seltsamerweise erfasste ihn ein unstillbarer Hunger auf Maden. Mehr noch: Er verkostete sie, wie man einen guten Wein oder Kaffee verkostete, und genoss zu seiner Verblüffung ihren Nachgeschmack.

Ich nehme an, man kann sagen, wie eine Kaffeebohne die Essenz des Baums und des Lands in sich aufnimmt, auf dem sie wächst, so nimmt auch eine Made die Essenz der Leiche auf, an der sie sich labt.

Der Dämon grinste Lucian an, während dieser verzweifelt versuchte, das Unvermeidliche zu hinauszuzögern. Als Lucian die Made endlich hinuntergeschluckt hatte, verkündete der Dämon, dass seine Zeit um wäre.

Aber Lucian schüttelte seinen Kopf und meinte, dass sein Bauch noch nicht voll war. Dann ging er auf eine Leiche zu, die von einer Keule erschlagen worden war. Blut und Eiter quollen aus den Augenhöhlen wie Spaghetti mit Fleischbällchen. Und in den Spaghetti mit Fleischbällchen wanden sich winzige, grausige Dinge. Lucian nahm sich eine weitere Made und legte sie auf seine gierige Zunge voller Speichel.

Robust. Erdig. Schleimig. Eine samtige Made voller Kräuternoten, mit einem beruhigend frischen, kräftigen Charakter.

Der Dämon grinste den Feigling an und verkündete, dass seine Zeit um wäre.

Aber Lucian schüttelte seinen Kopf und meinte, dass sein Bauch noch nicht voll war. Dann ging er auf eine Leiche zu, die von einer Axt in kleine Stücke zerschlagen worden war. Knochenstücke und Eingeweide lagen in einer Blutpfütze wie in einem Eintopf. Und im Eintopf wanden sich winzige, grausige Dinge. Lucian nahm sich eine weitere Made und legte sie sich auf die Zunge.

Kräftig, und doch fruchtig. Zäh. Eine süße Made mit dem leichten Hauch einer Zitrusnote.

Der Dämon grinste den Feigling an und verkündete, dass seine Zeit um wäre.

Lucian schüttelte seinen Kopf und meinte, dass sein Bauch noch nicht voll war. Dann ging er auf eine Leiche zu, die von Pferden und marschierenden Soldaten zertrampelt worden war. Stücke des Schädels und des Hirns goren in Galle und Blut, wie ein leckerer Dip für Gemüse. Und im Dip wanden sich winzige, grausige Dinge. Lucian nahm sich eine weitere Made und legte sie sich auf die Zunge.

Würzig. Intensiv. Mürbe. Eine vollmundige Made voller Geschmack.

Der Dämon grinste den Feigling an und verkündete, dass seine Zeit um wäre. Und wie ihr euch vorstellen könnt, geht die Geschichte immer so weiter, denn der Dämon genoss es, zuzusehen, wie der Feigling erbärmlich wie eine Made um sein Leben kämpfte. Und da sie immer so weitergeht, würde ich mich über Hilfe beim Erzählen freuen ... zumindest bis wir keine winzigen, grausigen Dinge mehr haben.

Bitte reicht diese Schüssel fauliger Gedärme und Blut im Moonstone herum. Ich lade euch ein, hineinzugreifen und ein winziges, grausiges Ding zu verkosten.

Bitte beschreibt den Geschmack und lasst kein blutiges, saftiges oder herbes Detail aus.

Schon gut. Ich gebe es zu ... Es sind keine echten Maden, sondern schleimige Zuckerfäden, die in warmem Brandy und Kürbisfleisch schwimmen ... aber greifen wir trotzdem zu, um in Halloween-Stimmung zu kommen.

Die Glocke der Hölle[]

IconHelp archivesLog.png Geschichten aus dem Hexen-Café. Die Glocke der Hölle. Hereinspaziert, hereinspaziert in den einzigen Laden, in dem ihr euch eine Geschichte zu eurem Kaffee holen könnt. Ich kann euch verraten, woher der Kaffee stammt, aber bitte fragt mich nicht, wo die Geschichten und Charaktere herkommen, denn ich habe keine Ahnung. Manche sagen, es sei das Aroma frisch gebrauten Kaffees, das mich inspiriert. Andere meinen, ich kann die endlosen Erinnerungsströme aus dem unendlichen Kessel des Multiversums anzapfen. Ich denke, beides stimmt zum Teil. Diese Geschichte stammt aus dem Kaffeesatz, den ich vor ein paar Tagen in meiner Espresso-Tasse hatte. Irgendwie sah er wie eine Glocke aus ... und deshalb nenne ich diese Geschichte ... die Glocke der Hölle.

Toby und seine Schwester Tina heckten immer etwas aus, und dieses Mal schlichen sie sich auf einen alten, überwucherten Schrottplatz, auf dem es spuken sollte. Trotz der Gerüchte spielten die Teenager in den verrosteten Wracks, betätigten Hupen, traten Windschutzscheiben ein und erschreckten sich gegenseitig zu Tode.

„Hier macht es Spaß!“, freute sich Toby.

„Stimmt!“, gab Tina ihm recht.

Später in dieser Nacht versteckte sich Toby im Kofferraum einer alten Limousine, weil er seine Schwester erschrecken wollte. Aber Tina folgte der Spur, die er unabsichtlich hinterlassen hatte, und –

RRAAH!

Erschreckte stattdessen ihn!

Während Toby fluchte, lief Tina davon und versprach, ihn sicher noch mal zu erwischen. Sie eilte schnell zur alten Schrottpresse und versteckte sich in einem halb zerdrückten Kombi, der mit einem seltsamen, schwarzen Nebel gefüllt war. Wie komisch, dachte sie, verschwendete aber dann keinen weiteren Gedanken darauf.

Aber sie hätte wohl doch länger darüber nachdenken sollen, denn seltsamer, schwarzer Nebel ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen, wie ihr aus meinen früheren Geschichten wisst. Auf jeden Fall wartete Tina geduldig auf dem Rücksitz. Als eine Stunde verstrichen war, begann sie, sich Sorgen zu machen. Langsam reckte sie ihren Hals, um aus dem Fenster zu spähen, als ...

RRAAH!

Toby gegen den Wagen schlug!

Tina erschreckte sich beinahe zu Tode und stieß sich den Kopf an der Decke des halb zerquetschten Autos. Toby musste lachen und sah dabei in den sich windenden, schwarzen Nebel. Da erkannte er ...

Eine Glocke.

Eine seltsame Eisenglocke wie keine, die er je gesehen hatte.

„Sieh dir das mal an“, murmelte er, als er die Glocke hochhob und das Handwerk bewunderte. Dann nahm er einen Stock vom Boden und schlug albern gegen die Glocke.

KLING. KLING. KLING.

Das unheilvolle Klingeln hallte auf dem verlassenen Schrottplatz wider, als sich der schwarze Nebel verdichtete und um sie drehte. Aber bevor sie etwas über den seltsamen Nebel sagen konnten ...

Erwachte die Presse zum Leben.

WRUMMM!

Tinas Herz rutschte ihr in die Hose und sie schrie vor Angst!

Toby ließ die Glocke fallen, griff nach ihren Händen und zerrte sie gerade noch rechtzeitig heraus. Atemlos sahen sie zu, wie der Kombi krachend und ächzend zerquetscht wurde.

Langes, angespanntes Schweigen folgte, als sie überlegten, was die rostige und kaputte Presse angetrieben haben könnte. Da erklang die Glocke wieder. Dieses Mal hinter ihnen. Tina sah Toby an und schluckte schwer. Langsam drehten sie sich um und sahen ...

Nichts.

Absolut nichts.

Nichts als den wirbelnden Nebel.

Es war wohl nur eine Einbildung gewesen.

Oder?

Denn gerade als sie beide seufzten, erklang die Glocke erneut und plötzlich nahm etwas im Nebel Form an. Nach wenigen Augenblicken standen sie einem ...

Geist gegenüber!

Der Geist schnappte Toby sofort mit einer Hand am Hals und hob ihn im silbernen Mondlicht hoch. Seine Füße baumelten, seine Arme schlugen wild um sich, seine Lippen bebten vor Furcht.

Tina keuchte und taumelte zurück. Der Geist schleuderte Toby mit einem lauten Krachen auf den Boden. Er hob einen rostigen Kreuzschlüssel auf und schlug ihm den Kopf ein. Blut und Hirn spritzten überall hin.

Dann wandte sich der Geist mit seiner gruseligen Glocke und den toten Augen Tina zu. Sie war vom warmen Blut ihres Bruders bedeckt, als sie schrie, bis ihre Lungen leer waren, und wartete ... dass die Glocke erklang.

Den Geschwistern war nicht bewusst gewesen, dass sie eine Art Dimensionendurchgang betreten hatten, der sie in eine andere Welt gebracht hatte. Es gibt nämlich diese Löcher in der Welt, die an alle möglichen dunklen Orte führen ... Orte, die sich der Realität widersetzen ... dunkle Orte, die unsere Vorstellungen einer Hölle wie eine Blumenwiese wirken lassen. Aber das ist eine andere Geschichte für eine andere finstere, unheimliche Nacht. Ich will nur sagen, dass für Toby und Tina der Tod kein Ausweg war.

Zorn der Killerkürbisse[]

IconHelp archivesLog.png Geschichten aus dem Hexen-Café. Zorn der Killerkürbisse. Hereinspaziert, hereinspaziert ins Moonstone-Café! Da gerade ein frischer Kürbis-Käsekuchen aus dem Ofen kommt, der perfekt zu unserem Halloween-Latte passt, dachte ich, dass heute Abend eine Geschichte über Kürbisse gut passen würde. Die Geschichte wurde vor langer Zeit in einem Dorf erzählt, das einst dem Ort, an dem wir uns heute befinden, sehr nah war. Ich nenne sie „Zorn der Killerkürbisse“.

Eine Witwe namens Ulla wollte nichts mehr, als das jährliche Kürbisfest zu gewinnen. Nicht nur wegen des Preisgelds, sondern auch, um ihre sechsjährige Tochter Rebecca zu beeindrucken, die einfach alles an Kürbissen liebte. Wie sie sich anfühlten. Ihre Form. Ihre Farbe. Ihren Geruch. Alles.

Aber Ullas Kürbisse waren im Vergleich zu denen ihrer Nachbarin erbärmlich. Ihre Nachbarin Mona entschied das Kürbisfest jedes Jahr für sich und schien ein Geheimnis für die Zucht von perfekten Kürbissen zu haben.

Das soll nicht heißen, dass Ullas Kürbisse schlecht waren. Das waren sie nicht. Sie waren nur nichts Besonderes. Die großen Kürbisrichter bezeichneten sie höchstens als durchschnittlich. Durchschnittliche Höhe. Durchschnittlicher Durchmesser. Durchschnittliche Färbung. Durchschnittlicher Geruch. Durchschnittlich. \nUnd mit dem Durchschnitt gewinnt man keine Preise.

Nun, Ulla wollte nicht mehr durchschnittlich sein und beschloss, dass sie Monas Geheimnis erfahren musste. Also wartete sie eines Morgens, bis Mona zum Markt aufbrach. Als die Luft rein war, tat sie das Unvorstellbare. Sie schlich sich in Monas Haus.

Zu Ullas Verwunderung war die Küche voller Gläser mit Kürbissamen jeder Art. Auf jedem Glas war ein Etikett mit Name, Anweisungen und einigen sehr sonderbaren Symbolen. \nAls sie die Etiketten las, lief es Ulla kalt den Rücken hinunter. Sie wurde aus den Namen und Symbolen nicht schlau und dachte für einen Moment, nur für einen Moment, an Hexerei.

Ein Teil von ihr wollte davonlaufen, aber der andere Teil – der, der nicht verlieren wollte – wollte eine kleine Hilfestellung, eine kleine Stärkung, eine Chance, beim Fest zu gewinnen und ihre Tochter stolz zu machen.

Ulla ignorierte den Instinkt, davonzulaufen, und fand ein Glas mit der Aufschrift: Mortafykuss Cucurruss. Sie untersuchte das Etikett und las, dass aus diesen Samen die größten und leuchtendsten Kürbisse wuchsen, aber dass sie noch ziemlich instabil waren. Die Samen waren instabil. Ulla zuckte zusammen. Sie hatte keine Ahnung, was das bedeuten sollte oder wieso Kürbissamen instabil sein konnten. Sie las eine Warnung:

Kein Blut. Vor allem in der Nacht.

Sie lachte laut. Welcher Mensch, der noch ganz bei Trost war, würde einer Pflanze Blut geben? Wer würde so eine Warnung beachten? Einen Moment lang dachte sie wirklich, dass Mona vielleicht eine Hexe war. Eine mächtige Hexe, die sich der Natur widersetzen und Samen verändern und mutieren lassen konnte.

Trotz der unheimlichen Warnung lieh Ulla sich einen Samen, nur einen, vom Glas mit der Aufschrift Mortafykuss Cucurruss. Sie redete sich ein, dass sie Mona einen Samen des Siegerkürbisses zurückgeben würde. Mit diesem Versprechen konnte sie sich überzeugen, dass sie nicht stahl. Schnell kehrte sie zu ihrem kleinen, bescheidenen Bauernhof zurück.

Gleich, als sie zu Hause war, pflanzte Ulla den Samen in ihrem Garten. Sie war erstaunt, als am nächsten Tag schon ein Kürbis zu sehen war. Jeden Tag erschienen mehr Kürbisse an einer dornigen, grünen Ranke, wie sie sie noch nie gesehen hatte.

Rebecca war natürlich ganz verzückt, als sie die gewaltigen Kürbisse erblickte. Sie konnte nicht aufhören, die Kürbisse zu umarmen, sie zu vermessen und an ihnen zu riechen.

Als die Zeit reif war, bat Ulla Rebecca, einen Kürbis für das Fest auszuwählen. Als sie den erlesensten Kürbis auf dem Feld auswählte, war sie so aufgeregt, dass sie in die dicke, grüne Ranke stolperte und sich an den Dornen kratzte. Die Ranken und Kürbisse zitterten kurz voller Leben.

Ulla schob die Bewegung auf den Wind und kümmerte sich um die Wunde ihrer Tochter. Dann legte sie den auserwählten Kürbis auf eine Schubkarre und brachte ihn zum Markt, wo ihn die Richter des großen Kürbisfestes begutachten konnten.

Es dauerte nicht lange, bis Ulla zur Siegerin gekürt wurde. Und Rebecca hüpfte herum und jauchzte und feierte, dass sie endlich beim Fest gewonnen hatten.

Ulla genoss die Freude ihrer Tochter und verspürte großen Stolz.

Aber diese Freude war von kurzer Dauer, denn Mona trat plötzlich aus der Menge, die den Kürbis bestaunte, und schnupperte daran, als würde sie einen ganz bestimmten Geruch finden wollen. Einen Hinweis. Einen Beweis, dass Ulla einen ihrer Samen gestohlen hatte. Dann legte sie ihr Ohr an den Kürbis und blickte Ulla direkt in die Augen. Einen Moment lang wirkte es so, als wollte sie etwas sagen. Aber dann lächelte Mona, streichelte den Kürbis sanft und ging davon.

Ulla sah Mona nach, bis sie verschwunden war. Sie sagte sich, dass sie den Siegerkürbis aushöhlen und Mona einen Samen zurückgeben würde, sobald sie zu Hause war.

Also brachte Ulla ihren Kürbis mit müden Armen in der Schubkarre auf dem Feldweg nach Hause, während ihre Tochter hinter ihr im Mondlicht sang und hüpfte. Voller Euphorie über ihren Sieg wollte Ulla es ihrer Tochter nachtun, aber sie stieß gegen einen Stein.

Sie stolperte vorwärts, verlor die Kontrolle über die Schubkarre und der große Kürbis kullerte heraus und prallte gegen einen gewaltigen Stein.

Plötzlich blieben Mutter und Tochter geschockt stehen!

Dicke, orangefarbene Flüssigkeit floss wie Blut aus dem aufgebrochenen Kürbis. Durch die Risse sahen sie, wie sich etwas bewegte ... wie etwas ... atmete ...

Ulla ging langsam auf den Kürbis zu. Erst zögerte sie, dann fuhr sie mit ihren Fingern in den fleischigen Riss und zog und zog und ...

WAAAAH!

Ein Kürbisbaby kam heraus!

Und krallte sich an ihrem Gesicht fest!

Fruchtfleisch tropfte von ihrem Gesicht und ihrem Rücken, als Ulla das Kürbisbaby von ihrem Gesicht riss und es mehrmals auf den Boden schleuderte, während dieses jammerte und schrie und schließlich starb. Dann ließ sie die leblose Leiche ins Gras fallen und sah zu, wie sie zu einer dickflüssigen, orangen Pfütze aus dampfendem Kürbiseiter schmolz.

Ulla nahm ihre Tochter an der Hand und eilte nach Hause. Aber als sie dort ankamen ... war der ganze Bauernhof voller gigantischer, leuchtender, orangefarbener Kürbisse und dicker Ranken mit Dornen wie Messern.

Ulla wollte das Kürbisfeld niederbrennen, hielt ihre Tochter eng an sich gedrückt und führte sie zum Schuppen, während die Ranken zitterten, sich schlängelten und ihre Füße streiften. Dann wanden sich die Ranken plötzlich um ihre Knöchel und ...

WAPPP!

Mutter und Tochter landeten auf dem Boden, während pulsierende Ranken sich wie hungrige Schlangen um sie legten.

Ulla sah entsetzt zu, wie gewaltige Kürbisse wie riesige orange Eier im Mondlicht ausgebrütet wurden. Aus diesen Kürbissen stiegen Wesen auf zwei Beinen mit langen, unbeholfenen Ranken als Arme.

Und als sich die Killerkürbisse Ulla näherten, fiel ihr auf, dass ihre Haut orange und grün war, dass sie große Dornen als Füße hatten und ... die Gesichter ... dem ihrer Tochter ähnelten.

Bevor sie verstehen konnte, was sie da sah, legte sich eine böse Ranke um ihren Hals und Kopf, durstige Dornen bohrten sich in ihre Haut und labten sich an ihrem Blut, während Hunderte neugeborene Kürbismonster den Mond anheulten und eine kalte Dunkelheit sie erfasste.

Was die Brut betrifft ... sie wuchs und vermehrte sich und suchte das Dorf heim. Aber keine Sorge, schließlich wurde sie von ein paar guten Hexen mit einigen ziemlich mächtigen Zaubern aufgehalten. Aber das ist eine andere Geschichte für eine andere finstere, unheimliche Nacht. Einigen wir uns einfach darauf, dass man nicht mit Kürbissamen herumspielen sollte und dass wir lieber Kürbisse essen, als von ihnen gegessen zu werden.
Folianten aus dem Archiv
Foliant I - Das Erwachen Foliant II - Abrechnung Foliant III - Eskalation Foliant IV - Verurteilung Foliant V - Entfesselt Foliant VI - Abweichung
Foliant VII - Verlassen Foliant VIII - Befreiung Foliant IX - Crescendo
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